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Henckes Netzwelt : Zombies auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Dying Light“ gilt als das Spiele-Highlight des Jahres. Doch der Jugendschutz stoppt die Apokalypse.

USK sind die drei Buchstaben, die vielen PC- und Konsolenspielern das Leben im Moment schwer machen. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle hat „Dying Light“, das am 27. Januar europaweit auf den Markt kam, keine Altersfreigabe erteilt. Dem Spiel droht die Indizierung. Es darf also in Deutschland nicht öffentlich gehandelt werden. So soll die Jugend vor der Zombie-Apokalypse geschützt werden. Das virtuelle Abschlachten bleibt für Minderjährige vorerst verboten.

Warum ausgerechnet hier eine Wertung ausbleibt ist verwunderlich. Andere Spiele des „Survival-Horror“-Genres sind zwar eingestuft, aber im Handel erhältlich und wenn der Kumpel oder Papa die Spiele kauft, auch von Minderjährigen spielbar. „Dead Space“, „Resident Evil“, „The Last of us“ oder „Doom“ sind mit Sicherheit nicht weniger schädlich für Minderjährige als ein Spiel, in dem man tagsüber langsam trottende Zombies mit einer Metallstange niederknüppelt und sich eigentlich nur nachts in die Hosen machen muss, wenn die Untoten zu schnellen, bösen Superzombies mutieren. Blut, umherfliegende Körperteile und rohe Gewalt sind in der Computerspielewelt doch nichts grundlegend Neues mehr – und Zombies sind in der Regel ja schon tot. Wozu eigentlich das Drama, liebe USK? Für den Jugendschutz viel gefährlicher sind Dinge, die im „Real Life“ – also draußen im echten Leben – passieren. Dazu muss man sich nur mal die Mühe machen, den Begriff „ISIS“ in die Google Bildersuche einzugeben. Die Greueltaten des Terrors zu sehen, ist viel verstörender als „Dying Light“. Schützt Minderjährige lieber vor solchen Bildern.

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erstellt am 02.Feb.2015 | 09:59 Uhr

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