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Kabelanschluss oder DSL? : Zocken, mailen, hochladen: Wer welches Surftempo braucht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die einen streamen Filme, die anderen laden viel herunter. Nicht alle brauchen das gleiche Surftempo. Welcher Anschluss für wen sinnvoll ist.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2015 | 02:06 Uhr

Ein blitzschneller Kabelanschluss, reguläres DSL von 1000 bis 16.000, LTE-Mobilfunk für zu Hause oder doch lieber VDSL? Das Angebot an Breitbandanschlüssen ist groß – doch nicht jede Variante ist überall verfügbar. Gemessen wird die Schnelligkeit eines Internetanschlusses in Megabit pro Sekunde (Mbit/s), die schnellsten Kabel- und VDSL-Zugänge kommen auf bis zu 100 Mbit/s. Nachgefragt werden sie bislang nur selten: Nach Angaben der Bundesnetzagentur surften 2013 nur 15 Prozent der Breitbandnutzer in Deutschland mit 30 Mbit/s und mehr. Knapp die Hälfte (45 Prozent) ist dagegen mit weniger als zehn Mbit/s unterwegs. Doch woran erkennt man, was man braucht?

Der Gelegenheitssurfer: E-Mails abrufen, Nachrichten wie shz.de lesen und noch bei Facebook vorbeischauen. Dafür braucht es nicht mehr als reguläres DSL, sagt Christian Schlüter von der Stiftung Warentest. „Knapp wird es da höchstens bei den ganz langsamen Verbindungen wie DSL 1000.“

Der Streamer: Spätestens seit dem Start von Spotify und Netflix ist Musik- und Videostreaming auch in Deutschland angekommen. Für Songs und Filme in niedriger Qualität mag reguläres DSL noch reichen. HD-Videos brauchen dagegen mindestens DSL mit 16 Mbit/s. Sonst müssen Film- und Serien-Fans mit nervigen Qualitätsschwankungen oder Ladepausen rechnen.

Der Zocker: Spaß machen Online-Spiele nur mit einer anständigen Verbindung. Die muss aber gar nicht besonders schnell sein. „Spieler legen vor allem Wert auf kurze Latenzzeiten“, erklärt Schlüter. Die Latenzzeit verrät, wie schnell ein Internetanschluss auf Befehle reagiert. „Das kann, muss aber nicht mit der Übertragungsgeschwindigkeit zusammenhängen“, so der Warentester. Viel mehr Einfluss auf die Latenz hat aber zum Beispiel, ob man per WLAN oder – besser – per Netzwerkkabel surft.

Der Datensammler: Wer viel herunterlädt, zahlt auch mehr oder wird irgendwann gedrosselt. So ist es zumindest im mobilen Internet. Bei DSL und Co. sind solche Regelungen inzwischen aus der Mode. „Bei DSL und Kabel gibt es das nur bei extrem großen Datenmengen“, sagt Schlüter.

Die Großfamilie: Ein Gelegenheitsnutzer braucht kein schnelles Internet. Aber was ist mit fünf Nebenbei-Surfern unter einem Dach? Und was, wenn die nicht nur ins Netz, sondern auch spielen oder streamen wollen? Jetzt werden die ganz schnellen Verbindungen interessant, so Schlüter: „Wenn ich 50 MBit aufteile bleibt da natürlich mehr für jeden übrig als mit 16.“

Der Uploader: Alle Fotos immer in der Cloud haben, wichtige Daten auf den Backup-Server schieben oder Videospiele live ins Netz übertragen. Manchen Nutzern kommt es gar nicht so sehr auf das Download-Tempo, sondern auf den Upload an. Wer viel hochlädt, sollte sich daher nach speziellen Tarifen umsehen, die schnellere Uploads versprechen.

Der Abgeschnittene: In vielen Gegenden Schleswig-Holsteins gibt es noch immer weder DSL noch Kabel. Einzige Alternative ist hier der schnelle Mobilfunkstandard LTE. Der funktioniert zu Hause nach Angaben von Warentester Schlüter zwar ganz ordentlich, bringt aber einige Nachteile mit sich: Erstens teilt man ihn mit anderen Menschen in der Funkzelle. Sind viele Nutzer online, surfen alle langsamer. Zweitens gibt es in der Regel ein Downloadlimit und drittens sind die Angebote meist deutlich teurer als DSL oder Kabel.

Die kluge Wahl des Anschlusses bringt allerdings nichts, wenn nur die Hälfte der versprochenen Geschwindigkeit ankommt. „Das ist leider ein ganz übliches Problem“, sagt Ilja Braun, Referent für Telekommunikation. Liegt das Surftempo dauerhaft deutlich unter dem, was in der Werbung versprochen wurde, sollten Verbraucher sich mit ihrem Provider in Verbindung setzen.

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