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Fligges Netzwelt : Zeitfressern den Stecker ziehen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Verlockungen auf Facebook, YouTube und Co. sind groß. Wer sich konzentrieren will, muss zu radikalen Mitteln greifen.

In so gut wie jeder Kultur setzen sich Menschen Entbehrungen und Leid aus, um Selbstkontrolle zu erlangen. Das heute übliche Fasten mag da noch ein harmloses Beispiel sein. Von den mit scharfen Metallteilen besetzten Bußgürteln will ich hier gar nicht erst anfangen.

Mal abgesehen von den Extremfällen: Manchmal benötigt man eine weniger schmerzhafte Selbstkasteiung – also eine Art „instant Askese“. Das kann jeder Facebook-Junkie bestätigen, der schon einmal eine Abschlussarbeit schreiben musste. Selbst in traditionellen Fächern wie der Philosophie wird heute viel mit dem Internet und eBooks gearbeitet. In der Bibliothek gibt es nur wenige Ablenkungen wie den Snack-Automaten. Aber am Rechner lauern die Gefahren der Prokastination an jeder Ecke. Bei Facebook wird plötzlich interessant, was die alten Grundschulfreunde heute so treiben. Und auf YouTube gibt es ein Video von einem Hund, der auf einem Skatboard fährt.

Da hilft nur eines: Software, die den Zugriff auf bestimmte Seiten verhindert. Der erste Weg zur Besserung ist Erkenntnis. Das Programm „Rescue Time“ analysiert und visualisiert die auf Zeitfresser-Seiten verbrachte Zeit. Handlungsbedarf? Dann kann „Freedom“ helfen. Das Programm kostet zehn Dollar und bietet dafür radikale Lösungen. Den gewünschten Zeitraum eintippen, bestätigen und der Rechner ist komplett vom Netz. Nur ein Neustart holt das Internet zurück (Natürlich nur sinnvoll für Menschen, die ihren Router nicht einfach abstellen können). Wer nur bestimmte Seiten sperren möchte, kann „Selfcontrol“ (Mac) oder „Cold Turkey“ (PC) ausprobieren. Einen Haken hat die Sache: Jedes der genannten Programme kann unkompliziert deaktiviert werden. Ein halbwegs starker Wille gehört damit zu den Systemvoraussetzungen.

 

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