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YouTubes Blick in die Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf der Videoplattform kann man immer wieder neue Musik entdecken. Und auch sehr alte.

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 16:26 Uhr

YouTube führt einen manchmal auf wirklich abwegige Pfade, besonders, wenn man auf der Suche nach neuer Musik ist. Eine Entdeckung auf der Videoplattform ist ein eher ungewöhnlicher Mix aus Akkorden, die dem Intro einer Metallica-Ballade entstammen könnten, und dem schnellen Geschreddel wie beim Flamenco. Ein neuer Chartstürmer wird das nicht. Denn es ist die älteste dem Menschen bekannte Melodie, interpretiert mit einer Lyra. Das Stück „Hurrian Hymn“ stammt aus dem Jahr 1400 v. Chr. – die Noten wurden in den 1950er-Jahren im heutigen Syrien gefunden. Nicht nur das Stück ist melancholisch, sondern auch der Gedanke, dass man mit neuester Technik einen Gruß aus einer vergangenen Zivilisation hört. Ausgerechnet aus einer Region, in der derzeit das Zivile zugrunde geht. Und doch zeigt die Melodie auch, dass die Menschheit zu allen Zeiten die Musik lieben wird, ganz gleich wo, ganz gleich wann. Doch bei aller Liebe zu r Kunst: Es wäre kein YouTube-Video, wenn sich nicht die üblichen Kommentare von Hobby-Kritikern darunter finden würden – diesmal aber mit einem Augenzwinkern. „Ich mag ihr zweites Album lieber, um ehrlich zu sein“, schreibt einer. Ein anderer kontert: „Das ist Millennial-Dreck. Ich mag lieber Steine aneinanderhauen.“ Auch andere Nutzer rümpfen ironisch die Nase: „Ich bin zu alt dafür... ich bin mehr so der Gilgamesh-Typ.“ Und wie unter so vielen YouTube-Songs steht auch unter dem ältesten Lied das Unvermeidliche: „Das Original ist besser.“

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