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Jugendschutz im Internet : Youtube: „Die Nutzer sind Teil der Lösung“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Terror, Gewalt, Propaganda: Im Netz finden Kinder und Jugendliche Inhalte, die sie verstören können. Plattformen wie Youtube setzen auf Unterstützung durch die Nutzer.

von
erstellt am 29.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Videos zeigen in allen grausamen Details, wie Terroristen Zivilisten hinrichten – vor den Augen der Internetgemeinde und damit auch vor denen ihrer jüngsten Mitglieder. „Jugendliche sind nicht wirklich davor zu bewahren“, sagt Christian Krause vom Unabhängigen Landesdatenschutzzentrum (ULD). Wenn sie wollen, können Kinder und Jugendliche im Netz Inhalte finden, die auch an Erwachsenen nicht spurlos vorbeigehen – in sozialen Netzwerken, über die Google-Suche oder auch auf der Videoplattform Youtube. „Mit Filtern allein ist dem nicht beizukommen“, sagt Krause, denn: „Die Zugangswege sind vielfältig.“ PC, Tablet, Smartphone – und Geräte von Freunden und Mitschülern, auf denen keine Einschränkungen eingerichtet sind. Zudem könnten technische Filter Jugendliche animieren Grenzen auszutesten. Doch Eltern sollten versuchen, den Internetkonsum ihrer Kinder zu steuern und gesprächsbereit sein, rät Kathrin Gomolzig von der Aktion Kinder- und Jugendschutz SH. „Je jünger die Kinder, desto besser lassen sich Grenzen ziehen. Das ist zwar unbequem, aber Teil der Erziehungsaufgabe.“

Unfälle mit Schwerverletzten oder gar Toten, Propaganda, sexuelle Gewalt – das sind nicht die Inhalte, für die Youtube stehen möchte. Deshalb versucht man, mithilfe der Nutzer den Zugriff auf jugendgefährdende Videos einzuschränken, indem zum Beispiel die Altersbegrenzung nach oben gesetzt oder Warnhinweise vorgeschaltet werden. Doch die Alterskontrolle über das Google-Konto kann umgangen werden. Dennoch: „Alles zu sperren kann nicht der Ansatz sein“, sagt Youtube-Deutschland-Sprecherin Mounira Latrache. „Nur weil man es im Netz nicht findet, heißt es ja nicht, dass es nicht da ist.“ Grundlage der Bewertung der Videos sei das geltende Recht im jeweiligen Zugriffsland.

Doch um verbotene Inhalte herauszufiltern und gegebenenfalls zu löschen, sei man auf die Hilfe der Nutzer angewiesen. Jeder kann ein Video melden (s. Infokasten), das daraufhin von Youtube-Mitarbeitern geprüft wird. „Die Nutzer sind Teil der Lösung“, erklärt Latrache. Und: „Die Community hat einen guten Riecher.“ Auch wenn das Video zum Zeitpunkt der Meldung bereits online steht, sieht Youtube von einer Vorab-Prüfung ab: „Das hätte Zensur in sich“, erklärt Latrache. Auch Hinweise von Jugendschützern oder Anti-Nazi-Organisationen seien gern gesehen – propagandistische Inhalte beispielsweise nicht immer leicht zu erkennen. „Das System funktioniert sehr gut“, sagt Latrache.

Diesen Eindruck hat auch Christian Krause vom ULD, wenn es um die Entfernung von Videos geht, die Persönlichkeitsrechte verletzen: „Bei den Großen wie Facebook oder Youtube klappt das ganz gut.“ Damit der Vorgang jedoch angeschoben wird, müssten Jugendliche wissen, an wen sie sich wenden können, gibt Latrache zu bedenken. Ihr Ansatz: „An allen Ecken und Enden Aufklärung betreiben. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, es liegt nicht nur in Verantwortung der Unternehmen.“

> Hilfestellung für Eltern und Jugendliche gibt es unter www.jugendschutz.net oder www.klicksafe.de

Youtube – So melden Sie Videos
Unter jedem Video auf Youtube gibt es im Bereich „Mehr“ ein kleines Flaggen-Symbol, um ein Video zu melden. Klickt der Nutzer das Symbol an, öffnet sich ein Menü, in dem er  auswählen kann, warum er dieses Video melden möchte. Mögliche Gründe sind pornografische Inhalte, gewaltsame oder anstoßende Inhalte, Kindesmissbrauch,  aber auch Spam oder die Verletzung eigener Rechte.sh:z
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