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Katzen in den Topf : Wie sich die „taz“ an der Katz' verbrennt

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Kaum ein Thema polarisiert so sehr wie Geschichten über die kleinen Miezen. Der Kreativität bei Cat Content sind aber eindeutige Grenzen gesetzt, wie die Tageszeitung erfuhr.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 15:29 Uhr

Cat Content (Katzen-Inhalt) gilt als virale Wunderwaffe der Internet-Medien. Cat Content ist eine haarige Angelegenheit, denn was auch geschrieben wird: Es fliegen die Fetzen, und manchmal fließt auch ein Tränchen. Man liebt die Samtpfoten bedingungslos, oder man ächtet die affektierten Mäusejäger. Romantische Verklärung auf der einen Seite prallt dabei auf eine Mauer aus borstig-technokratischem Hass gegen umherwildernde Killer – dazwischen herrscht karge Einöde. Diskussionen gehen wie ferngesteuert am Thema vorbei. Kurzum: Katzen-Inhalte spalten und vermehren sich wie die Kaninchen.

Apropros Kaninchen: Die linksalternative Tageszeitung „taz“ hat mit ihrer Polemik „Katzen in den Topf“ nach schmackhaften Antworten auf die Katzenplagen gesucht. „Es ist schlimm genug, dass Katzen in Gärten und Siedlungen ihrem tödlichen Treiben nachgehen können. Wenn sie das aber in freier Wildbahn tun, sollten wir dankbar sein für jeden Jäger, der sie final daran hindert“, schreibt Heiko Werning in seinem später als Satire verteidigten Artikel über das Jagdverbot in Nordrhein-Westfalen. Sympathisiert die journalistische Linke auf einmal mit den Patriarchen des Waldes? 

Katzen in den Kochtopf
Katzen in den Kochtopf Foto: Screenshot Facebook

Katzen seien ein relevantes Problem im Naturschutz und sie hätte ganze Tierarten auf dem Gewissen, deshalb sollten sie bejagt und nach Möglichkeit auch verzehrt werden. Man müsse daher „von der FDP lernen“ und das Katzenessverbot abschafffen. Das sei nicht nur ein Beitrag zum Artenschutz, sondern auch die perfekte Antwort auf die Grausamkeiten in der Fleischproduktion der Gegenwart: „Wenn wie im Vorjahr auch nächstes Jahr rund 8000 Katzen in Nordrhein-Westfalen geschossen und anschließend ins Gulasch kommen würden und dafür ein paar Kälbchen die Massentierhaltung und tausenden Echsen und Vögeln der Samtpfotentod erspart bliebe – das wäre dann tatsächlich mal ein echter Beitrag zum Tierschutz. Und womöglich schmecken die Katzen ja sogar ganz gut.“ Katzen essen für den karnivoren Seelenfrieden – das kann doch eigentlich nur ein Scherz sein.

Doch beim Thema Muschis setzen gerne mal Spaß und Analytik aus. Der Versuch, ein Reizthema mit Anflügen von Satire zu transportieren, trat bei Facebook statt einer Welle von kreativen Rezeptideen einen Shitstorm – besser gesagt einen Catstorm los: „Katzenhass zu schüren hilft auch nicht weiter! Ein sehr derber und dummer Artikel, ganz offensichtlich von jemandem, der keine Katzen mag – ich finde es immer schlimm, wenn etwas so hetzerisch geschrieben ist, das ruft sehr unangenehme Menschen auf den Plan (und zu Taten!), die sich dann legitimiert fühlen“, kommentiert Birgit H. bei Facebook.  Diverse Leser wollen schon ihr Abo gekündigt haben.

Auch Dietmar B. fühlt sich sichtlich auf die Tatze getreten: „Und was kommt als nächstes? Wer sozial Schwache schießt, schützt die Wirtschaft? In Deutschland scheint sich wieder mal der Gedanke, man könne durch töten alle Probleme dieser Welt lösen, durchzusetzen. Und Sorry, Massentierhaltung durch das Töten von Katzen verhindern zu wollen, so ein Quatsch hätte ich nicht mal von BILD erwartet.“ „Der Redakteur, der diesen Artikel verbrochen hat - DER gehört in den Kochtopf. Unterstes Niveau. Ich würde eine öffentliche Entschuldigung erwarten, wenn die taz-Leute sich nicht selbst als Tierhasser brandmarken wollen. Sie sollten sich schämen!!“, schreibt CDC.

Thomas I.B. rüstet schon verbal gegen die Topfjäger auf: „Ihr seid doch nicht mehr ganz dicht. Wenn ich einen erwische, der meine Katze umbringt, der stirbt den Heldentod. Und wenn ich lebenslänglich dafür abgehe“. Martin V. sucht den Grund für die mutige Themenwahl in der politischen Lagerpsychologie: „Linke mögen keine Katzen, weil es selbstbestimmten Wesen sind, die sich nicht bevormunden lassen. Das passt nicht in deren Weltbild, daher auch die Hysterie mit den bösen vielen frei laufenden Katzen.“

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