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Videospiele : Wie Lego fremdes Land erobert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Plastik-Bauklötze waren nur der Anfang: Lego macht inzwischen auch erfolgreich Filme und Videospiele.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 09:21 Uhr

Billund | Lego ist schon lange nicht mehr nur in Spielzeugkisten daheim zu finden. Das dänische Unternehmen hat seine Produkte mit Klötzchenoptik auch ins Kino und auf den Videospielmarkt gebracht. Im Umfeld der Jahrtausendwende war Legos Weg zu einem der erfolgreichsten Videospiel-Franchises noch nicht zu erahnen.

1998 machte der dänische Spielzeughersteller erstmals Verluste – im gleichen Maße wie der Videospielmarkt immer größer wurde, gingen die Einnahmen bei Lego immer weiter zurück. Welcher Schritt wäre da logischer gewesen, als selbst in die konkurrierende Branche einzusteigen?

25 verschiedene Videospiele mit Lego-Branding erschienen zwischen 1995 und 2002, aber der Erfolg blieb aus. Legos Verluste wuchsen immer weiter an und die Videospiel-Sparte Lego Interactive wurde geschlossen.

Einige der frisch entlassenen Manager gaben den Videospielmarkt aber nicht so schnell auf – sie waren nicht nur von Lego an sich, sondern insbesondere von ihrem letzten Projekt absolut überzeugt. Kurz vor der Schließung ihrer Sparte hatten sie das britische Studio Traveller’s Tales ins Boot geholt, um zu den beliebten Lego-Star-Wars-Sets ein passendes Spiel zu entwickeln. Das Studio war bekannt für familienfreundliche Lizenzumsetzungen und begeisterte bereits mit dem ersten Prototypen.

Nach ihrem Ende bei Lego gründeten daraufhin die Manager den Publisher Giant Interactive und veröffentlichten mit Legos Erlaubnis drei Jahre später Lego Star Wars. „Es gab keinen Druck, dass das jetzt der nächste große Release werden sollte“, verrät der Traveller’s-Tales-Gründer Jon Burton.

Lego Star Wars wurde aber dennoch zum Hit und markierte den Start einer richtigen Lego-Welle.

Ob Batman, Harry Potter, Indiana Jones oder Marvel – alles was im Kino Rang und Namen hatte, wurde von Traveller’s Tales verarbeitet. Das Ergebnis waren nahezu perfekte Kinderspiele. Wo die großen Vorbilder auch mal düster wurden, glänzten die Lego-Versionen mit Slapstick und Albernheiten – alles ist niedlich und witzig in Lego-Optik.

Der kreative Umgang mit dem Originalmaterial verschaffte nicht nur dem Entwickler einen guten Ruf, sondern half auch dem Lizenzgeber. Das Bild der Marke Lego basiert heute maßgeblich auf Traveller’s Tales’ (heute: TT Games) Spielen. Lego steht nicht mehr nur für Spaß, sondern auch für Selbstironie und Lockerheit – eine Bild, das seit einigen Jahren auch mit passenden Filmen gefestigt wird.

Aktuell punktet der Film „The Lego Batman Movie“ mit allen Besonderheiten der Lego-Spiele: der detailgetreuen Lego-Optik, der großen Portion Albernheit und dem lockeren Umgang mit Lizenzen.

Nach etlichen Lego-Filmadaptionen folgte 2015 dann der logische Schritt – Lego stieg in die Toy2Life-Branche ein und verkaufte seine Videospiele fortan mit dem passenden Spielzeug. Was hätte besser zu dem Unternehmen passen können?

Lego Dimensions ist so etwas wie das ultimative Lego-Spiel. Per Portal erscheinen Lego-Minifiguren direkt im Spiel und will man mit dem Batmobil fahren, muss erst der passende Lego-Bausatz zusammengesetzt werden. Zusätzlich darf TT Games den Lizenzwahnsinn mit verrückten Kombinationen nun auf die Spitze treiben und bekommt so den letzten Baustein für ein echtes Lego-Erlebnis – die Freiheit. Mit Homer Simpson, Gandalf und David Hasselhoff ein verrücktes Abenteuer in Gotham City zu erleben, wäre wohl zuvor nicht denkbar gewesen – außer mit den Lego-Sets auf dem Teppichboden im Kinderzimmer.
 

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