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Spam-Mails : Wie Betrüger per E-Mail Kasse machen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Leicht verdientes Geld oder fiese Masche? Betrüger setzen bei Mails auf Gier, Hilfsbereitschaft oder Mitleid.

„Möchten Sie bis zu 350 Euro am Tag nebenbei verdienen? Seriös, bequem von zu Hause aus? Ohne Kosten und Risiko!“ Die meisten dürften solche E-Mails gleich in den Papierkorb verschieben. Doch immer wieder finden sich Menschen, die in der Hoffnung auf leicht verdientes Geld antworten. „Wenn das Angebot zu gut ist, um wahr zu sein, müsste man hellhörig werden“, warnt Kriminaloberrat Harald Schmidt. „Doch leider gilt hier oft: Gier frisst Hirn.“

Den Angeschriebenen wird für das Weiterleiten größerer Geldbeträge über das eigene Konto eine Provision angeboten, erläutert Schmidt, der Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ist. Letztlich handelt es sich aber um Geldwäsche, da die Hintermänner das Geld mit kriminellen Machenschaften erbeutet haben. „Jeder muss damit rechnen, dass diese Gelder von den rechtmäßigen Eigentümern zurückverlangt werden“, warnt Schmidt.

Eine verbreitete Masche ist der Vorschussbetrug. Bekanntgeworden ist er unter dem Oberbegriff Nigeria Connection, weil nigerianische Banden schon in den 80er Jahren Faxe streuten, in denen sie märchenhafte Summen für frei erfundene Geschäfte, Transaktionen oder Erbschaften versprachen – wenn man für fadenscheinige Gebühren in Vorleistung geht. Heute werden solche dubiosen Angebote natürlich per E-Mail verschickt. Wer auf solche Mails eingeht, wird zunächst um eine „geringe Gebühr“ gebeten, vorgeblich etwa für Überweisungen, Anwaltskosten, Steuern oder Bestechungsgelder. Das beginnt mit geringen Summen und steigert sich bis zu fünfstelligen Beträgen, sagt Schmidt. „Für die Betrüger hat das Internet einen riesigen Vorteil: Es kostet sie nur Zeit.“

„Eine neue und relativ unbekannte Methode besteht im Versenden von Mails mit Todesdrohungen“, so die Polizei Bayern. „Hier erhalten Internetnutzer englischsprachige Mails, in denen sie mit dem Tode bedroht werden, sollten sie nicht innerhalb von zwei Tagen antworten und 5000 US-Dollar per Western Union überweisen.“ Sparsamkeit ist die Triebfeder bei Mails, die extrem günstige Versicherungen, Telefontarife oder Angebote aller Art versprechen.

Egal, ob die Hintermänner nur Adressen fischen, Schadsoftware verbreiten wollen, auf Konten- und Zahlungsinformationen oder Geld aus sind – es lohnt sich nie, sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Man sollte auf der Suche nach seriösen Shops Preissuchmaschinen nutzen, nicht auf Links in Spam-Mails klicken, sondern diese sofort löschen. Allerdings kann man auch über Preissuchen auf Fake Shops, minderwertige Produkte oder Betrüger stoßen, die kostenlose Software verkaufen.

Spammer missbrauchen regelmäßig die Neugierde oder das schlechte Gewissen von Nutzern. Betreffzeilen wie „Dein Foto mit Laura ist jetzt online“, soll gerade jüngere User zum Klick auf Links bewegen, die etwa auf zwielichtige Seiten führen. Und das BSI warnt auch vor angeblichen Anzeigen wegen des Besitzes von Pornografie, Computersabotage oder illegalen Downloads, die per Mail kommen und die Einstellung eines angeblichen Verfahrens gegen Zahlung eines Geldbetrages anbieten: „Die Anzeige existiert nicht, die angehängte Datei enthält vermutlich einen Computer-Virus, das Geld würden Sie an Online-Kriminelle überweisen.“

Auf Hilfsbereitschaft oder Mitleid setzten Betrüger bei Mails, die sie von gekaperten Konten verschicken. Viele Empfänger glauben wirklich, dass sie Post von Verwandten, Freunden oder Bekannten in Not bekommen, wenn sie etwa lesen: „Ich bin nach Südzypern verreist und habe meine Tasche verloren samt Reisepass und Kreditkarte. Ich muss nur noch für meine Hotelrechnungen zahlen und wollte dich frage, ob du mir 500 Euro so schnell wie möglich leihen kannst?“ Wer sich nicht ohnehin sicher ist, es mit Betrügern zu tun zu haben, sollte telefonisch, über andere Mail-Adressen oder Kanäle wie soziale Netzwerke nachfragen, ob der Bekannte tatsächlich in Schwierigkeiten steckt.

Ein kritischer Blick hilft auch bei falschen Rechnungen oder Mahnungen, die Betrüger am laufenden Meter verschicken: „Wer eine Rechnung per Mail bekommt, sollte zunächst überlegen: Bin ich überhaupt Kunde dieses Unternehmens?“, rät Gärtner. Wenn das zutrifft, sollte man weitere Angaben auf Richtigkeit überprüfen, etwa die Kundennummer oder die Absenderadresse – obwohl selbst die gefälscht sein kann.

Auch Übersetzungsfehler oder die fehlerhafte Darstellung von Umlauten wie „Rechnung Monat März“ sollten Misstrauen wecken. Mail-Anhänge sollte man erst einmal nicht öffnen, weil dort Schadsoftware lauern könnte. Und auch Links, die auf Phishing-Seiten führen könnten, klickt man besser nicht an. Der Link, der sichtbar hinterlegt ist, zeige nicht unbedingt, wohin er tatsächlich führt, warnt Gärtner. Im Zweifel sollte man zum Hörer greifen und das Unternehmen anrufen.

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