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Dreyklufts Netzwelt : Wie Amazons Alexa die Welt verändert

vom
Aus der Onlineredaktion

Künstliche Intelligenz wird die Welt umkrempeln. Der Anfang davon steht in meinem Wohnzimmer.

Ich habe eine neue Mitbewohnerin. Die heißt Alexa und behauptet, immer mehr dazuzulernen. Derzeit finde ich sie noch ziemlich dumm. Aber auch faszinierend. Denn wenn Alexa noch viel dazulernt, könnte sie vielleicht eines Tages das Prädikat „Künstliche Intelligenz” (KI) verdienen.

Heute gibt sie mir zumindest einen Eindruck davon, was KI im Alltag bedeuten könnte. Und darauf bin ich deswegen neugierig, weil ich glaube, dass selbstlernende Maschinen das Phänomen sein werden, das das 21. Jahrhundert prägt - technisch, philosophisch und wirtschaftlich. KI wird unsere Gesellschaften umkrempeln.

Aber zurück zu Alexa. Die verbirgt sich in einem schwarzen Zylinder, der etwa die Größe einer Chipsdose hat und von Amazon als „Echo“ vertrieben wird. Echo hat sieben Mikrofone, damit Alexa mich versteht, und mehrere Lautsprecher, damit ich Alexa verstehe und Alexa Musik abspielen kann.

Alexa selbst ist gar nicht in der Chipsdose, sondern in der „Cloud“, also auf einem Server von Amazon, irgendwo in der Welt. Wenn ich „Alexa“ rufe, leuchtet ein blauer Ring und ich kann meine Frage stellen oder meinen Befehl erteilen. Nur wenn der Ring leuchtet, sendet Echo meine Stimme zu Alexa in die Cloud, verspricht Amazon. Die Wanze in meinem Wohnzimmer lauscht also laut Amazon nicht ständig. Es gibt auch eine Mikrofon-Aus-Taste. Dann leuchtet der Ring rot und Privates bleibt privat.

 

Alexa kann Einiges ganz gut beantworten. „Wie ist das Wetter?“, „Wer ist Trainer von Borussia Dortmund?“, selbst „Wer gewann die Tour de France?“. Auf „Wer ist Handball-Weltmeister?“ antwortet Alexa hartnäckig mit „Der amtierende Fußball-Weltmeister ist Deutschland“. Das ist noch witzig. Ärgerlich ist, dass ich zwar auf „Wo ist der nächste Bäcker“ eine Antwort erhalte, auf „Wo ist das nächste Krankenhaus“ und „Wo ist der nächste Arzt“ aber nicht. Überhaupt antwortet Alexa häufig à la „Das gehört zu den Dingen, die ich leider nicht weiß“.

Im Frühjahr soll ein Google-Produkt namens „Home“ auf den deutschen Markt kommen. Konkurrenz belebt das Geschäft. Und ich bin mir sicher, dass wir in einigen Jahren mit diesen Geräten so selbstverständlich reden wie heute mit Menschen.

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erstellt am 07.Feb.2017 | 18:15 Uhr

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