Maas’ Netzwelt : WhatsApp Sprachnachrichten: Wir reden wieder miteinander

Was kommt nach Tippen und Lesen? Die großen Internet-Konzerne widmen sich der Stimme.

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25. Mai 2015, 18:14 Uhr

Sie kennen das Bild: Menschen, die im Alltag versunken auf ihr Smartphone starren. Meist in einer in sich zusammengefallenen Haltung, den Oberkörper vorgebeugt, lesend und tippend, das Gesicht der Welt ab- und eigenen Körperteilen zugewandt. Das wirkt einsam - bedeutet aber meistens das Gegenteil. Ich stehe und sitze auch oft so da. Ein großer Teil meines sozialen Lebens passiert in diesen Momenten. Manche lieben Stimmen höre ich monatelang nicht – und ich bin trotzdem auf dem Laufenden in den Leben meiner Freunde.

Das wird sich wahrscheinlich ändern. Die jüngere Vergangenheit gehörte den SMS, die Gegenwart ist noch weitgehend von Chats bestimmt, die Zukunft wird wohl wieder laut. Denn die sozialen Netzwerke und Tech-Unternehmen entdecken gerade die Stimme und das Gespräch wieder. Facebook arbeitet an einer Lösung, wie neben Text und Bild auch die Stimme in Chats Einzug halten kann. Und Google beschäftigt sich nicht nur mit selbstfahrenden Autos und Ballonen, die der Wüste Internet bringen sollen – sondern auch mit dem klassischen Gespräch zwischen zwei Menschen. Das Prinzip hinter dem „Project Fi“: eine Telefonnummer und Erreichbarkeit auf Smartphone, Tablet oder Laptop - was eben gerade am besten passt.

Für alle, die Chats und Kurznachrichten seelenlos finden, ist das eine gute Nachricht. Das heißt aber auch: Im öffentlichen Raum wird dann wahrscheinlich wieder mehr gequatscht. Erinnern Sie sich noch an damals, als Handys neu und SMS teuer waren und an einer Supermarktkasse acht Leute ungewollt Zeugen der einen Hälfte eines Beziehungsdramas wurden? Eben.

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