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Punkte abfragen : Webseiten verkaufen Autofahrern Auskunft über ihre Punkte in Flensburg

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Die Anbieter verlangen Geld für ihr Angebot – dabei gibt es die Informationen kostenfrei beim Kraftfahrt-Bundesamt.

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erstellt am 12.Okt.2017 | 17:21 Uhr

Flensburg | Den Punktestand in Flensburg erfragen innerhalb von drei Minuten – das verspricht die Webseite www.punkteflensburg.de Autofahrern, die sich Sorgen um ihren Führerschein machen. Für die Auskunft verlangt die Webseite 29,90 Euro. www.verkehrsregister-flensburg.de fordert nur 19,95 Euro bei einem Bearbeitungszeitraum von zehn bis 20 Tagen. www.flensburger-punktestand.de überprüft den Punktestand für 37,20 Euro. Doch sind solche Angebote seriös?

„Es gibt einige solche Angebote“, sagt Stephan Immen, Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamtes, welches die Verstöße von Verkehrsteilnehmern festhält. „Diese Seiten haben mit uns aber eindeutig nichts zu tun, und wir raten dringend davon ab, diese zu nutzen“, so Immen.

Mit gutem Grund. Denn die Auskunft über den eigenen Punktestand erhält jeder Interessierte kostenfrei vom Kraftfahrt-Bundesamt selbst. Online bekommt man die Informationen sofort, vorausgesetzt, man verfügt über den neuen Personalausweis (ausgestellt nach dem 1. November 2010) und ein entsprechendes Lesegerät. Per Post dauert es laut Immen etwa zehn Tage. Wer möchte, kann auch in Flensburg direkt beim Amt vorbeischauen und erhält umgehend Auskunft (weitere Informationen gibt es auf den Seiten des Kraftfahrt-Bundesamtes).

Die versprochenen drei Minuten von www.punkteflensburg.de beziehen sich lediglich auf die Zeit, die der Kunde für das Klicken und Tippen durchs Onlineformular der Seite benötigt. Seinen Punktestand erfährt er dann ein bis drei Wochen später.

Auf die Frage, was denn nun der Mehrwert ihres jeweiligen Angebotes sei, antworteten innerhalb von 24 Stunden nur die Betreiber von www.punkteflensburg.de per Mail. Darin heißt es, dem Nutzer werde der bürokratische Aufwand erspart. Ähnlich wird auch auf den Webseiten der anderen genannten Anbieter geworben.

„Die Untersagung solcher Angebote ist uns nicht möglich“, sagt Sprecher Stephan Immen. Mit anderen Worten: Gegen Gesetze verstoßen die Seiten nicht.

Wer die Angebote nutzt, gibt umfangreiche Informationen über sich preis. Neben Name, Adresse, Email und Zahlungsdaten verlangen die Seiten unter anderem auch eine Telefonnummer. Auf den genannten Webseiten versichern die Anbieter, die Daten lediglich zum Zweck der Erbringung der Dienstleistung zu verwenden.

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