zur Navigation springen

Christiansens Netzwelt : Wearables – Der Trend von gestern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fitnessarmbänder und Smartwatches haben die Erwartungen der Nutzer enttäuscht.

Noch vor einem Jahr wurden sie als einer der großen Technik-Trends gehandelt – und schon zwölf Monate später scheinen sie abgesägt: Bei den sogenannten Wearables setzt eine „Phase der Ernüchterung“ ein, sagen Marktforscher. Immer mehr Nutzer sehen einer Studie des Marktforschungsinstituts Gartner zufolge keinen Sinn mehr darin, einen dieser kleinen Computer an ihrem Körper zu tragen. Dabei versprachen sich die Nutzer viel: Überwachen von Blutdruck oder Kalorienverbrauch, Zählen zurückgelegter Schritte, schnelles Abrufen von E-Mails und Messenger-Nachrichten. In der Praxis ist der Reiz anscheinend so gut wie verflogen. 21 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich mit den vorhandenen Funktionen gelangweilt hätten.

Da scheint es ganz passend, dass das mobile Spiel „Pokémon Go“ nun auch auf der Smartwatch von Apple gespielt werden kann. Allerdings: Es kommt zu spät und ist zu inkonsequent umgesetzt. Denn der ganz große Hype um die kleinen Monster, die man mithilfe des Smartphones fangen soll, ist seit einiger Zeit vorbei. Die Download-Zahlen der Spiele-App gehen nach der Veröffentlichung des Spiels Mitte Juli inzwischen bergab (klar, irgendwann hat jeder, der mitjagen will, die App auf dem Smartphone – und das sind nach Entwickler-Angaben inzwischen 600 Millionen Menschen). Über die Zahl der aktiven Nutzer schweigt sich Niantic aus. Das eigentliche Versäumnis ist aber, dass es für das Jagen der Pokémons auch mit smarter Uhr am Handgelenk immer noch ein Smartphone braucht: Die App lässt Spieler zwar neue Pokémon finden, Gegenstände aus Pokestops einsammeln und Benachrichtigungen erhalten, fangen kann man die Monster mit der Apple Watch aber nicht. Dazu braucht es weiter die App auf dem Smartphone.

Unter den Trends für das kommende Jahr tauchen Wearables schon gar nicht mehr auf, dabei könnten sie in der aktuell angesagten Debatte rund um das Smart Home oder Sprachassistenten wieder eine größere Rolle spielen – wenn sie es aus dem Dasein als nette Spielerei heraus schaffen und einen echten Mehrwert bieten. Die Marktforscher sind da optimistisch: Sie gehen davon aus, dass der Markt bis 2020 weiter kontinuierlich wachsen wird.
 

zur Startseite

von
erstellt am 27.Dez.2016 | 12:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen