Maas’ Netzwelt : Was will die Wellenkonferenz?

Mobilfunk, klassischer Rundfunk und dann noch Drohnen: In Genf wurde vier Wochen lang verhandelt.

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30. November 2015, 18:14 Uhr

Konferenzen gibt es viele. In Paris treffen sich gerade 150 Staatschefs zur UN-Weltklimakonferenz. Auch wichtig, aber nicht ganz so bedeutsam für das Leben auf unserem Planeten: unsere Redaktionskonferenzen. Und es gibt die Wellenkonferenz.

Hinter der lyrischen Übersetzung verbirgt sich die „World Radiocommunication Conference“ der Internationalen Fernmeldeunion. Das ist eine Sonderorganisation der UN mit Sitz in Genf. Im Klartext: Bei der Wellenkonferenz wird alle vier Jahre um Frequenzen geschachert, vor allem geht es um Mobilfunk. Dieses Mal vier Wochen lang.

Das klingt verrückt. Dabei werden dort – weitgehend abseits des öffentlichen Interesses – Dinge besprochen, die mich im Alltag nicht nur ziemlich abstrakt umgeben, sondern gleichzeitig so unvermeidbar wie das norddeutsche Klima. Klassische Broadcaster und Funker verteidigen ihre Bänder, der bandbreitenhungrige Mobilfunk will mehr Spektrum – und bekommt es. Das Ergebnis: Der Bereich von 694 bis 790 Megahertz (MHz) ist praktisch weltweit für den Mobilfunk reserviert, berichtet Heyse Online.

Aus den USA kam übrigens der Vorschlag, Drohnen spezielle Frequenzen zuzuschreiben. Genau diese nutzen im Moment allerdings vor allem Satellitendienste. Die Sorge: Wenn Drohnen ebenfalls in diesen Bereichen Daten übertragen, könnten sie so Satelliten lahmlegen. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Das klingt nicht mehr so verrückt.

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