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Datenschutz und Contributor : Was Google alles über Sie weiß

vom

Medium.com hat sechs Links zusammengestellt, die etwas Transparenz in die Frage bringen: Was weiß Google über mich? Mit „Contributor“ sucht der Konzern nach einem neuen Geschäftsmodell.

shz.de von
erstellt am 21.Nov.2014 | 16:15 Uhr

Auf Milliarden Menschen wirkt das Google-Imperium wie eine Blackbox. Über den Konzern, der scheinbar alles über uns weiß, wissen wir kaum etwas. Inzwischen stellt das Unternehmen Möglichkeiten zur Verfügung, die Auskunft über die bereits gesammelten, individuellen Daten geben.

Die Website Medium.com hat vor kurzem eine Link-Sammlung veröffentlicht, mit der Internet-User mehr Transparenz darüber erhalte, welche individuellen Daten Google sich gemerkt hat: Von persönlichen Daten bis zu Such-Historie. Dieser Service ist bringt zum Teil Überraschendes zutage. Allerdings ist der Abruf Inhabern von Google-Accounts vorbehalten.

 

Weiß Google, wer ich wirklich bin?

http://www.google.com/settings/ads/

Um abgestimmte Werbung zu zeigen, erstellt Google anhand gesammelter Daten eine Art Benutzerprofil mit Angaben über Geschlecht, Alter und Interessen. Über diesen Link kann man diese Angaben einsehen, kontrollieren, ändern und deaktivieren.

Wo war ich und wann war ich dort?

https://maps.google.com/locationhistory

Wer war wann wo? Google weiß es  möglicherweise durch die Standortdaten, die mobile Internetgeräte wie Smartphones versenden. Über den Link können Nutzer nachverfolgen, wann Google ihnen auf den Fersen war.

Sicherheitsreport per Email

https://www.google.com/settings/dashboard

Google legt offen, welche seiner Dienste Sie in einer Zeitspanne benutzt haben. Auf Wunsch bekommen Nutzer die Auflistung als monatliche Email.

Wonach hab ich im März gesucht?

https://www.google.com/history/ bzw. https://www.youtube/feed/history

Wonach auch immer Sie bei Google gefragt oder bei Youtube gesucht haben – oder auf welches Werbebanner sie geklickt haben: Es wurde nicht vergessen. Unter den Links können Sie in Ihre jeweilige Such-Akte blicken.

Meine Google-Geheimnisse zum Ausdrucken

https://www.google.com/takeout

Alle Daten, die Google preisgibt, erhalten sie hier auf einen Schlag: Zum Audrucken.

Welche Geräte und Apps nutzten meinen Account?

https://security.google.com/settings/security/activity

Google hält fest, welche Geräte Nutzer haben und speichert auch die IP-Adressen. Falls hier ein unbekanntes Gerät auftaucht, sollten dringend die Zugangsdaten überprüft werden.

https://security.google.com/settings/security/permissions

Apps, denen man das Zusammenspiel mit Google-Daten man genehmigt hat, werden hier aufgelistet. Man kann den Apps den Zugriff auf die Google-Daten aber auch per Einstellung verbauen.

 

Googles Geschäftsmodell hat zwei Gesichter. Vermutlich jeder Nutzer von Computern, Tablets oder Smartphones wünscht sich, dass genutzte Anwendungen „vorausahnen“, was er von ihnen möchte. Um Abläufe zu vereinfachen, willigen User in Ortungsdienste und andere Bedingungen ein. Durch ihr Surfverhalten geben sie dann ihre Konsum- und Verhaltensweisen preis. Das ermöglicht Google, seine Dienste kostenlos anzubieten.

Der Konzern verkauft diese Daten allerdings nicht. Erst im Gesamtpaket werden sie wirklich zu einem Milliardengeschäft. Soziale Interaktionen, Konsuminteressen und Suchanfragen bündelt Google durch Algorithmen zu Metadaten. Der wahre Google-Schatz sind also nicht allein die belanglos wirkenden Hinterlassenschaften der Internet-Nutzer, sondern die Interaktionen der daraus gewonnenen Verhaltensprofile. Geschäfte macht der Suchmaschinen-Konzern mit der geschickten, personalisierten Platzierung von Werbung auf Grundlage dieser Metadaten.

Auch Google ist als größter Werbedienstleister einem allgemeinen Niedergang der Werbeeinnahmen ausgeliefert – und sucht nach neuen Einnahmequellen. Statt Werbung anzusehen können die Kunden in Zukunft aber auch direkt bezahlen. Das Projekt „Contributor“ ähnelt dem schwedischen Mikro-Bezahldienst Flattr. Mit dem neuen Dienst wird der Netznutzer gegen eine monatliche Gebühr auf teilnehmenden Seiten keine Werbung mehr zu sehen bekommen. Stattdessen klappt auf dem Bildschirm eine neutrale Dankesbotschaft auf.

Für 1 bis 3 US-Dollar (80 Cent bis 2,40 Euro) werden statt Werbebannern Dankesbotschaften für die Beiträge angezeigt. Der Dienst ist zunächst auf zehn Websites in den USA beschränkt, erste Partnerseiten sind unter anderem die Tech-Nachrichtenseite „mashable.com“ und das Satireportal „TheOnion.com“.

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