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Planung per App : Was das Smartphone als Notizbuch taugt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unterwegs einen Gedanken festhalten? Früher wurde dafür ein Notizbuch hervorgekramt. Heute zücken viele ihr Smartphone.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 12:50 Uhr

Ob Einkaufsliste, Buchtitel oder das lustige Wort, das das Kind gerade gesagt hat: Viele Menschen notieren sich in ihrem Alltag Dinge. Früher wurde dafür ein Notizbuch hervorgekramt. Heute zücken viele ihr Smartphone. Kein Wunder: Die meisten haben es immer griffbereit. Zudem überzeugen digitale Notizbücher mit Funktionen, die dem Papier überlegen sind. Bis auf eine Sache: Im Gegensatz zum Papier hinterlässt man mit dem Smartphone reichlich digitale Spuren.

„Fast jedes Smartphone lässt sich für das Erfassen von Notizen verwenden“, sagt Inge Schwabe, Autorin der Fachzeitschrift „Connect“. Die meisten aktuellen Geräte haben entsprechende Anwendungen bereits an Bord. Wem die nicht reichen, der wird in den App-Stores fündig.

Zu den bekanntesten Notiz-Apps zählen Evernote und Microsofts OneNote. Daneben gibt es Anwendungen wie Simplenote, die Android-App ColorNote, Google Notizen, Wunderlist oder iCloud Notizen für iOS-Geräte. Die meisten Apps sind kostenlos. Teils gibt es gegen etwas Geld mehr Funktionen, einige Anwendungen, etwa Buno, setzen gezielt auf Minimalismus.

„Notiz-Apps gehen über den klassischen Notizzettel hinaus und erleichtern vor allem die Organisation“, sagt Jan Kluczniok, Smartphone-Experte beim Online-Magazin netzwelt.de. Die unsortierte Zettelwirtschaft wird schnell chaotisch. „Die Apps dagegen ermöglichen, Notizen zum Beispiel mit Schlagwörtern zu versehen.“ So lassen sie sich sortieren und durchsuchen.

 

Und mit dem Smartphone geht noch mehr: Zu den Notizen lassen sich Sprachaufnahmen, ein Video oder ein Foto hinterlegen. Wer einen passenden Link im Netz findet, kann ihn mit abspeichern. „Der Notizblock wird multimedial“, sagt Kluczniok. Einige Apps erinnern auch an dringende Erledigungen.

Notizen lassen sich entweder mit dem Finger eingeben...

 

... oder mit einem speziellen Stift.

 

Solche Stifte sind laut Kluczniok insbesondere beim Zeichnen dem Finger überlegen. Es gibt einfache Stifte mit einer Gummikappe, die oft günstig zu haben sind, sowie Stifte, die das elektrische Feld eines Touchscreens genauso verändern wie der Hautwiderstand. „Diese Stifte haben in der Regel eine dünnere Spitze und bieten dadurch ein angenehmeres Schreibgefühl“, erklärt Schwabe. Sie sind aber auch teurer.

 

Für Viel-Notierer dürften Smartphones interessant sein, deren Display einen Stift unterstützt, der gleich mitgeliefert wird. „Im Gegensatz zu Tablets sind das aber nur wenige Modelle“, sagt Schwabe. Dazu gehören das LG Stylus 2 und das Samsung Galaxy Note. „Stift und Display sind perfekt aufeinander abgestimmt und geben die handschriftlichen Eingaben sehr gut wieder“, sagt Schwabe.

Der große Vorteil vieler Apps im Vergleich zum Notizbuch: Einmal notiert, ist alles leicht auf vielen Wegen verfügbar. „Für Evernote und OneNote zum Beispiel gibt es auf nahezu allen Plattformen Pendants“, sagt Inge Schwabe. Die Notizen können so automatisch zwischen Smartphone, Tablet und PC synchronisiert werden. Nutzer müssen aber bedenken, dass ihre Aufzeichnungen durch die Synchronisation auf Onlinespeichern abgelegt werden. „Ich sollte mir schon Gedanken machen, wo ich was speichere“, rät Jan Kluczniok. Grundsätzlich seien Notiz-Apps attraktive Ziele für Hackerangriffe – sensible Daten wie PINs, Kennwörter oder Firmengeheimnisse haben darin nichts verloren. In vielen Apps kann man die Notizen mittels Passwort schützen. Einige Apps synchronisieren mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Doch nicht nur Hacker oder Nachrichtendienste wollen vielleicht in digitale Notizen hineinschauen. Auch die Betreiber der Notiz-App Evernote wollten eigentlich ab Januar zu Forschungszwecken einzelne Aufzeichnungen mitlesen. Nach Protesten der Nutzer wurde der Plan vorerst fallengelassen.

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