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Breyers Netzwelt : Warum jeder mein Wlan nutzen darf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor dem Haus unseres Kolumnisten kommt jeder ins Internet – Angst vor Missbrauch hat Patrick Breyer nicht.

Wlan hat fast jeder zu Hause oder im Betrieb – doch die wenigsten verzichten auf Passwort und Verschlüsselung. Ich habe fünf Minuten Zeit investiert, um die Verschlüsselung in der Konfiguration meines Routers abzuschalten und meinen Internetzugang für alle zu öffnen (die Konfigurationsseite des Routers habe ich natürlich passwortgeschützt). Und das sind meine Gründe:

1. Meine Gäste und Besucher kommen sofort ins Netz, ohne dass ich ihnen ellenlange Codes buchstabieren muss. Fotos oder lustige Videos anzuschauen bereichert jeden Besuch zu Hause. Und Kunden eines Betriebs erwarten heute ohnehin einen unkomplizierten Internetzugang.

2. Auch auf der Straße und im Garten kommen meine Mitmenschen jetzt ins Internet. Je mehr Menschen es mir gleich tun, desto häufiger kann auch ich unterwegs ins Netz – ohne die Kosten und Beschränkungen des Mobilfunks. Schritt für Schritt entsteht so eine öffentliche, nicht zentral gesteuerte Informationsinfrastruktur.

3. Für Missbrauch meines Internetanschlusses hafte ich ebenso wenig wie die Telekom für Beleidigungen über öffentliche Münztelefone. Das hat der Bundestag vor wenigen Wochen gesetzlich klargestellt, die Zustimmung des Bundesrats im September gilt als sicher.

Noch sicherer kann sich fühlen, wer sich beim nächstgelegenen Freifunkverein (beispielsweise in Flensburg oder Kiel) einen kostengünstigen Freifunk-Router besorgt hat. Dieser verschleiert die IP-Adresse der Mitbenutzer und schützt so vor einer Identifizierung des Anschlussinhabers etwa durch Abmahnanwälte. Freifunk-Router haben noch weitere Vorteile – es lohnt sich, sich zu informieren.

Eins ist für mich aber klar: Zum Schutz vor Schnüfflern und Passwortdieben, die unverschlüsselten Wlan-Datenverkehr mitlesen können, surfe ich immer mit dem TOR-Browser – auch zu Hause. Alternativ ist die Nutzung eines VPN-Anonymisierungsdienstes möglich.

> Patrick Breyer ist Sprecher für Datenschutz bei der Piratenpartei.
 

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