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Dreyklufts Netzwelt : Warum ich nicht von der EU vor Googles Shopping geschützt werden will

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Die EU-Kommission verhängt eine 2,4-Milliarden-Strafe. Dabei fühle ich mich als Verbraucher gar nicht behindert.

Dass Google mich als Verbraucher auf der Suche nach Schnäppchen im Internet behindert, auf die Idee wäre ich ohne die Hilfe der EU-Kommission nicht gekommen. Und auch nach Lektüre von deren Begründung (hier im Wortlaut) für die 2,4-Milliarden-Strafe fällt es mir schwer.

Die Kommission verweist auf 5,2 Terabyte an Daten, die das Fehlverhalten von Google belegen, sowie weitere umfassende Untersuchungen und Dokumente.

Meine ganz private Erfahrung: Wenn ich ein Schnäppchen suche, gehe ich zu Amazon, zu idealo.de, zu billiger.de, zu check24.de und wie diese Preisvergleichsportale alle heißen. Die finde ich, weil ich sie kenne. Oder über Google.

Die Kommission behauptet, Preisvergleichsportale hätten in Deutschland seit 2008 wegen Googles Fehlverhalten 92 Prozent an Reichweite verloren. Das klingt beeindruckend, ist aber nur schwer nachprübar und widerspricht sehr meinem eigenen Nutzungsverhalten. Das Einzelbeispiel billiger.de (Daten verfügbar über ivw-online.de) zeigt: Die Reichweite war im Dezember 2016 mit 7,7 Millionen Visits 17 Prozent höher als 2007. Das ist kein Beweis gegen die EU-Argumentation. Es hinterlässt aber ein komisches Gefühl.

Und das sagt mir: Die EU hat sich an Google festgebissen und will nun Erfolge vorzeigen. Google muss sich deshalb warm anziehen, wenn die Kommission demnächst über die Ausnutzung der Marktmacht beim Handy-Betriebssystem Android urteilt (hier die Mitteilung dazu). Denn hier passen die Skepsis der EU und meine persönliche Erfahrung und Meinung sehr viel besser zusammen. Denn tatsächlich zwingt Android die Smartphone-Hersteller mit einer fadenscheinigen Begründung, Google-Apps dauerhaft und unlöschbar zu installieren.

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erstellt am 27.Jun.2017 | 17:50 Uhr

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