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Fligges Netzwelt : Vorsicht Baustelle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Entwicklerstudios veröffentlichen ihre Spiele immer häufiger viel zu früh.

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 13:26 Uhr

Wer regelmäßig mit dem Auto durch Schleswig-Holstein fährt, ist es bereits gewöhnt: Baustelle für Baustelle lehrt uns auf der A 7 Demut. Demut gegenüber der Zeit. Der Berufspendler kann sich davon freilich nichts kaufen. Dem ein oder anderen mag es stattdessen helfen, während er auf dem Heimweg im Stau steht, sich auf eine abendliche Runde mit seinem Lieblingsspiel zu freuen. Nur warten dort die nächsten Baustellen auf ihn.

Wer als Gelegenheitsspieler alle paar Wochen Steam und Co. anschmeißt, blickt erst einmal auf eine ellenlange Downloadliste. Die Bibliothek dürstet nach Updates. Je nach Zeit der Abwesenheit können da pro Titel schon einmal 300 Megabyte zusammenkommen. „Restzeit verbleibend: eine Stunde“, sagt der Downloadmanager. Das Hobby fordert viel Geduld. Und das nicht, weil neue Elemente und Herausforderungen auf den Spieler warten. Publisher veröffentlichen neue Titel einfach viel zu früh. Das beste Beispiel dafür ist das vor einem Jahr von EA veröffentliche Battlefield 4. Nachdem die Entwickler zunächst die Medien für den desaströsen Verkaufsstart verantwortlich machten, zeigten die Entwickler vergangene Woche Reue: „Ich kann absolut sagen, dass wir das Vertrauen der Spieler beim Launch des Spiels und der frühen Folgezeit danach verloren haben“, sagte Produzent David Sirland. Spielabstürze, gelöschte Statistiken – wütende Käufer des beliebten und teuren Egoshooters ließen kein gutes Haar an EA. Sie konnten nur warten. Das ist anscheinend der Preis der schönen, vernetzten neuen Welt. Der Berufspendler mag seinen PC wütend ausgemacht und sich aufs Sofa gesetzt haben. Bleibt ja noch der Fernseher. Doch auch der ist heute schon smart: „Programminformationen werden aktualisiert. Bitte schalten Sie das Gerät nicht aus.“ Also doch ein Buch. Die haben auch keine Ladezeiten.

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