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Christiansens Netzwelt : Vorauseilender Gehorsam

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Apple fürchtet Ärger um seine Nachrichten-App – und zensiert sich selbst.

Die Nachrichten direkt per App aufs Smartphone bekommen, jederzeit und überall – das ist für viele Internetnutzer heute normal. Laut der Onlinestudie von ARD und ZDF macht die Zahl derjenigen, die mit ihrem Telefon unterwegs online gehen, 55 Prozent der deutschen Internetnutzer aus.

Demnach scheint Apple richtig gelegen zu haben mit der Idee, in die neue Version seines Betriebssystems iOS die Anwendung „Apple News“ zu integrieren. Die App soll Nutzern eine auf ihre persönlichen Interessen zugeschnittene Nachrichtenauswahl präsentieren. Bislang gibt es die fertige Version nur in den USA. Die Einschränkung lässt sich umgehen, indem in den Regionseinstellungen des Telefons Amerika ausgewählt wird. Das gilt nicht für China, jenes Land, das nach den USA den wichtigsten Markt für Apple darstellt. Es ist nun aber nicht so, dass die dortige Regierung die Anwendung verboten hätte.

Nein, hier war Apple selbst am Werk. Das meldet die New York Times und vermutet dahinter die Angst, man könne sich mit China anlegen. Dort verpflichten sich die Anbieter von Nachrichten, diese selbst auf die Einhaltung staatlicher Richtlinien zu prüfen. Zu heikel? Zu teuer? Es könnte zum Beispiel Geld und Ärger sparen, weniger Energie in das Herausfiltern anstößiger Privatbilder oder versauter E-Mails aus der iCloud zu stecken. Diese Bereiche fallen für uns Europäer nämlich unter die Kategorie Privatsache. Was wir da zensieren, entscheiden wir gern selbst.
 

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erstellt am 13.Okt.2015 | 08:06 Uhr

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