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Fietzes Netzwelt : Von Lotsen und Pfadfindern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Peer-Projekten können Kinder von Jugendlichen viel über Medien lernen.

Die Großen helfen den Kleinen – das ist bei Medien nicht immer selbstverständlich. Nicht selten haben Lehrer, Eltern, Großeltern den Eindruck: Die Kleinen wissen oft besser Bescheid in den Medienwelten als die Großen. „Call of Duty“, Snapchat, Twitch – überall sind Kinder und Jugendliche aktiv bei der routinierten und schnellen Bedienung und Anwendung. Nicht selten erscheinen Jugendliche fast altersweise im Umgang mit neuen Medien: Sie kennen die grundsätzlichen Regeln im Umgang miteinander im Netz, können das Einmaleins bei Datenschutz, Cybermobbing oder zum Schutz vor einer Verschuldung durch versteckte Online-Kosten „im Schlaf“ referieren.

Das kann man fruchtbar nutzen: Überall in Schleswig-Holstein sprießen aus diesen Kompetenzen in diesem Frühjahr neue Projektideen: peer to peer – also Gleichaltrige/-interssierte für Gleichaltrige heißt der Ansatz. Jugendliche arbeiten mit Jüngeren, mit Kindern der vierten oder fünften Klassen, manchmal mit Grundschülern zu Medienthemen.

Die SchülerMedienLotsen (vom Offenen Kanal), die Medienscouts (aus Segeberg, Dithmarschen oder von TIDE in Hamburg), die Schüler aus neunten oder zehnten Jahrgängen bereiten sich gezielt vor, um Jüngeren ihre Erfahrungen weiter zu geben. „Was tun bei ungewollter Kontaktaufnahme von Fremden im Netz? Wie reagieren, wenn ein Mitschüler langsam aber sicher in die virtuellen Welten abgleitet? Wie geht’s weiter, wenn Eltern oder Geldbeutel beim neusten uuuunbedingt notwendigen Smartphone oder der neuen Spielekonsole nicht mitspielen wollen? „Media meets peer“ (aus Bargteheide) und Co gestalten dazu Schulstunden, Präventionstage oder Workshops in Projektwochen mit Kindern und geben so weiter, was sie in den letzten Jahren manchmal schmerzhaft selbst erlebt und gelernt haben. Diese Tipps kommen direkt aus der Praxis, manchmal können wir Großen davon lernen und in jedem Fall kleben die jungen Schülern an den Lippen der Großen – denn über den Tellerrand schauen, neues Entdecken in den Medienwelten, dafür kann man bei Smartphone und Co von fitten Jugendlichen vieles abschauen.

> Der Autor Henning Fietze ist Medienpädagoge beim Offenen Kanal Schleswig-Holstein in Kiel.

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