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Nagars Netzwelt : Virtuelles Filzen mit Facebook

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Reisebestimmungen werden strenger – erste Gesinnungskontrollen erfolgen über soziale Medien.

von
erstellt am 18.Dez.2015 | 11:02 Uhr

Eine Reise in die USA ist ein Abenteuer: Finger-Scan, Schuhe aus und dann auch noch die schriftliche Angabe, ob man Schnecken mitbringt. Wer ein Visum braucht, wird demnächst auch virtuell gefilzt: Öffentliche Online-Äußerungen zum Beispiel bei Facebook oder Twitter werden vom Heimatschutzministerium abgefragt und geprüft. Konkret geht es darum, Terroristen schon vor der Einreise zu erkennen.

Wieder einmal meldet sich leise im Hinterkopf das Ethik-Dilemma: Nein, natürlich möchte man nicht, dass Terroristen mit einem im Flieger sitzen. Und wer nichts zu verbergen hat, muss ja nichts befürchten. Dennoch hinterlässt die Ankündigung einmal mehr ein mulmiges Gefühl, selbst wenn deutsche Touristen kein Visum brauchen. Denn die Kontrolle suggeriert: Die Netz-Öffentlichkeit ist nicht frei – und jeder steht unter diffusem Verdacht. Wir kennen das ja von der Vorratsdatenspeicherung (Pardon: Höchstspeicherfrist).

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verhält sich immer mehr wie ein zum Staat mutierter Internetriese: Wie ein Krake langt er nach Daten zum Sammeln, Bewerten – und vielleicht auch Tauschen. Wem das nicht passt, muss leider draußen bleiben. Oder er surft nur noch unter Pseudonymen.

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