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Nagars Netzwelt : Verfolgt auf Instagram

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verlaufen im sozialen Netz: Manchmal fragt man sich selbst, was man da gerade angeklickt hat.

Plötzlich folgte ich der Kanzlerin. Ich weiß gar nicht, wie das ausgerechnet mir passieren konnte. Als mir Angela Merkels Profil auf der Bilderplattform Instagram vorgeschlagen wurde, klickte ich beinahe willenlos darauf – mit einer Mischung aus Neugier und der Lust, sich darüber aufregen zu können. Jetzt bekomme ich fotografisch vorzügliche Bilder der letzten Jahre zu sehen, die in der Sommerpause dem Instagram-Publikum präsentiert werden. Merkel neben Steinmeier, Merkel trägt ihr Tablett beim Essen mit Bundeswehrsoldaten in Afghanistan selbst.

Merkel spaziert mit einem Rudel Anzugträger über einen Zebrastreifen, als würde sie auf ein Beatles-Cover wollen.

Merkel gestikuliert neben dem wiehernden Altkanzler Schröder. Darunter wird mit sparsam eingesetzten #Hashtags die Situation erklärt. Alles geschmackvoll und dezent. Und weit weg.

Nun habe ich nicht erwartet, dass man die Kanzlerin morgens im Bademantel beim Spiegeleierbraten sieht oder sie ein spontanes Selfie mit Hollande macht. Auch dass bei dem vielbeachteten Gespräch mit Schülern in Rostock nicht der allgemeingültige Hashtag #merkelstreichelt, sondern #gutleben genutzt wird, überrascht nicht weiter. Doch die publizierten Hochglanzbilder – fast immer aus weiterer Entfernung, gern auch von hinten – sind so offensichtlich von hochprofessionellen PR-Fritzen gepostet, dass mein Klick auf „Nicht mehr folgen“ in nicht ganz so weiter Entfernung ist. Das Profil wirkt so verkrampft wie das LeFloid-Interview, aber nicht so komisch wie der Blog „Kim Jong Il looking at Things.“

Dennoch ist es mehr, als ihr Konkurrent Sigmar Gabriel verlauten lässt. Der ist auf Instagram nicht zu finden, so dass ein mutmaßlicher Fan die Arbeit übernommen hat. Es gibt neuerdings das Profil SPD–Bundestagswahl2017. Es ist kein Offizielles, wie es seitens des Parteivorstands heißt, aber es proklamiert schonmal: „Besser als die CDU aber das ist ja nicht gerade schwer“ und zeigt neben quietschroten Quietscheentchen und einem ebensolchen Toaster auch den mürrisch blickenden Chef. Nah dran. Mit dem Hashtag #Angelamerkel.

Gegen einen NATO Austritt. Für ein sicheres Europa und eine sichere Welt , frei von Terror und andere Bedrohungen.

Ein von SPD statt CDU (@1.wahl_spd) gepostetes Foto am

Anmerkung: Das Profil wurde inzwischen umbenannt in 1.Wahl_SPD

 

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erstellt am 13.Aug.2015 | 19:38 Uhr

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