zur Navigation springen

Henckes Netzwelt : Verbrecherische Adventszeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Europas meistgesuchte Kriminelle hat Europol in einen Adventskalender verpackt.

von
erstellt am 06.Dez.2016 | 11:09 Uhr

Es gibt Adventskalender mit Schokolade, Bier oder Lego gefüllt – und es gibt den Adventskalender von Europol. Seit dem 1. Dezember veröffentlicht die Behörde täglich bis Heiligabend einen von Europas meistgesuchten Schwerverbrechern. Spielerisch möchte die Polizei so auf Menschen aufmerksam machen, die von verschiedenen EU-Staaten wegen Mordes, Raub oder anderer Delikte gesucht werden. Ziel ist es, die Straßen Europas zu Weihnachten sicherer zu machen. Europol hofft, durch die Aktion Hinweise zum Aufenthalt der Männer und Frauen zu bekommen. Unter eumostwanted.eu lassen sich dann täglich kurze animierte Videos mit Steckbriefen der Kriminellen abspielen.

Am Donnerstag war es der Österreicher Tibor Foco, der seit 1986 wegen Mordes an einer Prostituierten gesucht wird. Am Freitag wurde der Steckbrief von Sergey Filipov Georgiev veröffentlicht. Der Ukrainer wird von bulgarischen Behörden gesucht, weil er 2011 einen Bulgaren erstochen haben soll.

Angesichts der Taten, die einige dieser Leute auf dem Kerbholz haben, wirkt die Musik und der leise rieselnde Schnee etwas grotesk. Fahndungsbilder baumeln an Handschellen herunter, die wie Christbaumkugeln wirken sollen.

Doch das skurrile Beiwerk ist eine gute Idee von Europol und eine sinnvolle Aktion, um Interessierte täglich auf die Seite zu locken und sie für frei umherlaufende Kriminelle zu sensibilisieren. Die mediale Aufmerksamkeit kommt hinzu. Denn anders als herkömmliche Most-Wanted-Listen, hat diese Form der Präsentation einen erfrischenden Anstrich. Vielleicht kann die Polizei so tatsächlich ihren Wunsch auf neue Hinweise erfüllen und den Mördern auf die Spur kommen. Für die europäische Polizei sicher eine schöne Bescherung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen