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Henckes Netzwelt : Urheberrecht bei Youtube – Keine Lust auf Werbung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Youtuber und Spiele-Kritiker Jim Sterling umgeht mit einem Trick das Urheberrechts-System der Plattform.

von
erstellt am 15.Apr.2016 | 11:41 Uhr

Über 338.000 Abonnenten, knapp 94,6 Millionen Videoaufrufe: Der Brite Jim Sterling gehört zu den wohl bekanntesten Spiele-Kritikern im Netz und auf Youtube. In einem seiner neuesten Videos testet er ein Spiel und attackiert nebenbei die Videoplattform – genauer gesagt, das Urheberrechts-System „Content-ID“. Per Datenbankvergleich werden hochgeladene Videos auf geschützte Musik- oder Video-Schnipsel hin überprüft. Urheberrechtsinhaber können dann entscheiden, was geschieht, wenn Inhalte in einem Video mit einem ihrer Werke übereinstimmen. Häufig schalten die Rechteinhaber Anzeigen, um das „fremde“ Video für sich selbst zu monetarisieren. In anderen Fällen werden Videos aber in manchen Ländern einfach geblockt, stummgeschaltet oder verschwinden gleich ganz aus dem Portal.

Sterling hat nun eine Methode entwickelt, dieses System auszuhebeln, denn er selbst möchte eigentlich keine Werbung in seinen Beiträgen. In seinem Video verwendet er zahlreiche Ausschnitte aus Nintendo-Spielen. Die Firma wird dieses Video nach seiner Einschätzung bald monetarisieren wollen. Sterling packt nun einfach urheberrechtlich geschützte Ausschnitte anderer Rechteinhaber in seinen Beitrag.

Seine Idee: Am Ende kann keiner das Video allein für sich beanspruchen und Geld daran verdienen. Andere Urheberrechtsinhaber müssten sich in dem Fall mit Nintendo abstimmen und klären, wer in Sterlings Video Werbung schalten darf. Genial – und gleichzeitig der Tod des bestehenden Systems. Denn: Wer so viele geschützte Ausschnitte wie möglich in das eigene Video einbaut, umgeht einen Mechanismus, der eigentlich das komplette Gegenteil bewirken soll. Wie lange die Lücke funktioniert ist allerdings offen.

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