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Playstation 4 : „Until Dawn“: Sony spielt mit dem Teenie-Horror

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Spiel oder doch schon Film? Bei „Until Dawn“ wird der Spieler zum Autoren des eigenen Abenteuers.

Für seine Konsole Playstation 4 greift Sony tief in die Horror-Kiste: „Until Dawn“ entführt den Spieler in eine abgelegene Skihütte in den Bergen und verwischt die Grenzen zwischen Kino und Spiel. Es wirkt wie ein Film, in dem man das Geschehen bestimmen kann.

In den Bergen von Blackwood Pines geht es unheimlich zu, dennoch machen sich acht Teenager zu einem Wochenende auf einer einsamen Skihütte auf. Erst ein Jahr zuvor waren zwei Freunde spurlos dort verschwunden. Und prompt bleibt der Aufzug in der abgelegenen Hütte stecken, es gibt kein Entkommen. Mit „Until Dawn“ hat Sony ein Spiel für seine Playstation 4 herausgebracht, das mit dem Horror-Genre spielt. Damit legt das Unternehmen ein weiteres Pfund in die Waage im Wettbewerb mit Microsofts Konsole Xbox One.

Mit den Spielen „Heavy Rain“ und „Beyond“ hatte Sony bereits Titel vorgelegt, die nahe an das Film-Genre heranreichten. Immer leistungsfähigere Hardware der Konsolen und nahezu realistisch wirkende Darstellungen dank moderner Grafik-Chips machen es möglich.

Statt eine lineare Geschichte zu erzählen, lässt „Until Dawn“ jedoch den Spieler in jeweils alle der acht Protagonisten schlüpfen und den Verlauf entsprechend ändern. Die Aktionen entscheiden darüber, wer überlebt und wer nicht. Theoretisch soll es möglich sein, dass alle mit einem Schrecken davonkommen. Es kann aber auch alle erwischen.

Für Lars Robert Krautschick, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Ludwig Maximilian Universität in München und erklärter Horror-Spezialist, überschreitet Sony mit „Until Dawn“ die Grenzen des Spiele-Genres. „Solche Spiele sind eine neue Art von Film“, sagt Krautschick. In dieser Art habe es so etwas noch nicht gegeben. Das Game schaffe es gekonnt, eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen und spiele auch mit vielen Zitaten und Anspielungen auf filmische Klassiker.

Anders als im Film müsse aber der Spieler selbst seine Entscheidungen treffen und beeinflusst damit das Geschehen. „Der Spieler wird zum Autor des eigenen Stücks“, sagt Krautschick. Im Film müsse das dramaturgisch simuliert werden.

Und so einfach ist es offensichtlich nicht, sich immer nur für einen guten Ausgang zu entscheiden. Es gebe schon unsympathische Charaktere, die – wie etwa die Emily – zickig seien oder die man einfach nicht leiden könne, sagt Krautschick. Und es gibt Situationen, in denen es zunächst kein richtig oder falsch zu geben scheint. Aber jede Entscheidung, die der Spieler trifft, soll sich nach dem sogenannten Schmetterlingseffekt auswirken. Scheinbar unbedeutende Schritte können unvorhergesehene Folgen haben.

Das Entwicklerstudio Supermassive Games engagierte für die äußerst realistische Darstellung der Personen auch Hollywood-Schauspieler wie Hayden Panettiere und Brett Dalton, die Geschichte wurde von den Regisseuren und Drehbuchautoren Larry Fessenden und Graham Reznick entwickelt. Sie hätten seit 2011 an dem Projekt gearbeitet und insgesamt mehr als 10  000 Seiten an Dialogen geschrieben, um alle möglichen Entwicklungen des Geschehens abzudecken.

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erstellt am 31.Aug.2015 | 11:45 Uhr

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