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Maas' Netzwelt : Über Uber und Untreue

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Franzose verklagt den Fahrdienstleister Uber – weil seine Ehe scheiterte.

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 12:49 Uhr

Dass das Internet in Zeiten von Facebook, Whatsapp und Tinder die Untreue in Liebesbeziehungen einfacher und komplizierter macht, ist inzwischen eine klassische Binsenweisheit. Aber wer trägt Schuld, wenn alles auffliegt?

Ein untreuer Franzose verklagt jetzt den Fahrdienstleister Uber. Das Problem: Der Mann ließ sich regelmäßig von Uber-Fahrern zu seinen Tête-à-têtes kutschieren – ein Mal nutzte er das iPhone seiner Frau, um über die App einen Wagen zu bestellen. Er meldete sich dann zwar ab. Die Ehefrau soll aber – so sagte sein Anwalt französischen Medien – wegen eines „Bugs“, eines technischen Fehlers, weiter Benachrichtigungen von seinem Konto erhalten haben. Sie wusste also, wohin er fuhr. Bald wusste sie auch, warum. Es folgte die Scheidung.

Der Mann fordert Schadenersatz von Uber: Angeblich sollen es 45 Millionen Euro sein, berichtet die Zeitung „Figaro“. Diese Summe zeigt einerseits ganz anschaulich, was eine Ehe (und vor allem die anschließende Scheidung) wert sein kann. Sie veranschaulicht aber auch selbstgewählte Technik-Naivität. Software-Entwickler witzeln bei anfangs übersehenen Problemen gerne: „It’s not a bug, it’s a feature“. Das ist also gar kein technischer Fehler, das hat seinen Sinn. Vielleicht hat sich so etwas auch die betrogene Frau gedacht, wir wissen es nicht.

Sind die Uber-Fahrer dieser Welt gläsern? Uber äußert sich nicht zu dem Fall, hat aber betont, die Privatsphäre ihrer Kunden habe oberste Prioriät.

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