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Nagars Netzwelt : Twitter-Tratsch trotz Trollen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unter #FragRalf hat ein fleißiger Polit-Twitterer zur digitalen Fragerunde gebeten: Ralf Stegner.

von
erstellt am 08.Okt.2015 | 19:11 Uhr

Endlich wissen wir es, Twitter sei Dank. Ralf Stegner isst sein Nutella-Brot mit Butter, was sich in 88 Kilo niederschlägt. Und die digitale Kompetenz des SPD-Fraktionsvorsitzenden liegt auf einer Skala von 1 bis 10 bei 01001101. Via Twitter hatte Stegner eine kollektive Fragerunde einberaumt, so wie Ende September schon Sigmar Gabriel, der dafür eigens sein peinlich brachliegendes Twitterkonto wieder ankurbeln ließ.

Doch auch das virtuelle Gespräch #FragRalf folgt einer immer gleichen Choreografie. Interaktive Interviews haben – neben dem Befragten – verschiedene Teilnehmer: Trolle, Provokateure, Aktivisten, Interessierte, Spaßvögel und stille Beobachter. Am lautesten: die Trolle. Auch bei #FragRalf dominierten die Gaga-Fragen rund um Genitalien, Verschwörungen, Hetze und Alpakazucht. Und da man Trolle nicht (mit Antworten) füttern sollte, ignoriert Stegner dieses nervige Geblubber folgerichtig. Er widmet sich den ernst gemeinten, ein paar unterhaltsamen Fragen. Daraus ergibt sich ein recht nettes Gespräch zwischen Politischem und Persönlichem. Wir erfahren, dass der umstrittene Noch-Parteikollege Sarrazin für Stegner #NichtMeinGenosse ist und hören ein paar inhaltliche Aussagen: „Ich bin gegen Waffenexporte in Spannungsgebiete und Diktaturen.“ Und: „Im Augenblick dominiert SPD die Koalition: Mindestlohn, Rente, Mietpreisbremse etc.“ Doch eine richtig spannende Debatte bleibt aus.

Vielleicht weil Twitter einfach zu knapp ist für komplexe Antworten. Vielleicht aber auch, weil der Gefragte ungestraft schweigen kann. Die Frage nach dem katastrophalen Breitbandausbau spielt er noch geschickt weiter: „#FragDobrindt.“ An anderer Stelle sagt sein Ignorieren alles aus. Die Frage nach dem Heide-Mörder lässt Stegner genauso unbeantwortet wie „Warum gucken sie immer so schlecht gelaunt?“ oder das mehrfache, geradezu philosophisch anmutende „Wer ist Ralf?“

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