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Internationale Funkausstellung in Berlin : Trends der IFA: Groß, flach und vernetzt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Innovation hallenweise: Nicht weniger verspricht die IFA. Längst nicht alle Trends sind neu, aber viele bringen es erst in diesem Jahr zu Reife oder Massentauglichkeit.

Es geht nicht ohne Fernseher, große Fernseher versteht sich. Doch die Elektronikmesse IFA (4. bis 9. September) ist so vielfältig, dass für jeden etwas Unterhaltung herausspringt. Und egal ob Smartphone oder Streamingplayer – fast alles ist miteinander vernetzt.

Flat-TVs: Groß, ultrahochauflösend, gebogen und natürlich smart heißen die TV-Trends der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA). 2014 waren zur Messe noch viele Fragen rund um Standards und Anschlüsse für Ultra-HD-Auflösung (UHD) offen. Das hat sich nun geändert, wie die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) erklärt: „Die Neuheiten der führenden Hersteller unterstützen den jüngsten, besonders effizienten Video-Kompressionsstandard HEVC (H.265), haben HDMI-Anschlüsse für hohe UHD-Datenraten und entsprechen den Kopierschutzanforderungen künftiger UHD-Medien.“

Beim Smart-TV stehen in diesem Jahr die Betriebssysteme wie Android, Tizen oder WebOS im Fokus, die Streaming oder Apps erst möglich machen. „Der Einsatz bereits etablierter und weit verbreiteter Betriebssysteme erleichtert auch die Vernetzung der Fernseher mit Tablets, Smartphones und modernen Hausgeräten“, erklärt IFA-Veranstalter gfu.

Smartphones: Im Trend liegen derzeit vor allem große Smartphones mit mindestens fünf Zoll Displaydiagonale und LTE – beides ehemalige Premium-Merkmale, die nun schon in der Mittelklasse zu finden sind, sagt Arndt Polifke, Global Director für Telekommunikation beim Marktforscher GfK. „Die Herausforderung für die Hersteller besteht darin, Kaufanreize durch immer neue technische Spezifikationen zu bieten bei einem weitgehend gesättigten Markt in Deutschland und Europa.“ Oberklasse-Modelle kommen deshalb etwa in innovativen Formfaktoren, Metallgehäusen, mit besseren Kameras, 4K-Videofunktion, Highend-CPUs, drahtloser Ladefunktion oder hochwertigen Displays. Generell machen die immer größeren Smartphones den Tablets Konkurrenz. „Das Wachstum bei Tablets ist global deutlich abgeflaut, und inzwischen ist die Nachfrage je nach Region sogar leicht rückläufig“, sagt Polifke.

Wearables: Eine neue Entwicklung sieht GfK-Experte Polifke in der Konvergenz der Wearable-Typen Fitnesstracker, Smartwatch und Sportuhr: „Es entsteht eine breitere, universellere Mitte.“ So bekommen etwa Tracker Benachrichtigungsfunktionen, Sportuhren lernen das Messaging, und Smartwatches erhalten das im Sportbereich übliche GPS-Modul und werden klassischen Armbanduhren ähnlicher – etwa durch runde Gehäuse und Displays. „Trotz überlappender Funktionen gibt es aber nach wie vor eine Nachfrage nach spezialisierten Produkten für einzelne Anwendungsbereiche.“

Smart Home: Hier zeichnet sich zur IFA der Anfang vom Ende der Insellösungen ab. Bisher lieferten viele Hersteller unterschiedliche Steuerlösungen und Apps für viele einzelne Geräte. Nun gibt es mehrere Allianzen wie Allseen, Qivicon oder Thread Group, die Protokolle, Schnittstellen und Apps für Thermostate, Schalter, Einbruchsmelder, Steckdosen und Licht, aber auch für Weiße Ware und Unterhaltungselektronik vereinheitlichen. „Damit gewinnt das Ganze an Reiz“, sagt Polifke. Denn innerhalb einer Allianz gibt es auch Sicherheit für Verbraucher: „Man ist nicht gezwungen, alles auf einen Schlag zu erneuern.“

Die Geschichte der IFA:
Die IFA  ist mit ihren 91 Jahren eine der ältesten deutschen Industriemessen. Erstmals öffnete die Funkausstellung am 4. Dezember 1924 ihre Pforten, 268 Aussteller zeigten ihre Röhrenempfänger und Detektoren, das waren einfache Empfangsgeräte für Radiosendungen. Es kamen mehr als 170000 Besucher. Im Jahr 2014 wurden 240000 gezählt. Die IFA ist einer der größten Branchentreffs der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik.  Die Geschichte der IFA spiegelt die Entwicklung der Unterhaltungselektronik. 1928 wurden die ersten Fernsehgeräte vorgestellt. Von 1933 bis 1939 propagierten die Nazis auf der IFA ihre Volksempfänger. Anfang der 60er Jahre begann der Kassettenrekorder seinen Siegeszug. Weitere Höhepunkte waren der Videotext 1977, die Compact Disc (CD) ab 1981, digitale Kameras 1997, die ersten Flachbildschirme 2001 und Navigationsgeräte 2007. Seit zehn Jahren erobern mobile Computer, vom Laptop bis zum Smartphone, die Welt. dpa
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