zur Navigation springen

Maas’ Netzwelt : Touch ID ist keine Kindersicherung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Apples Fingerabdruckerkennung gilt als ziemlich sicher. Einer Sechsjährigen war das egal.

Technologie austricksen kann jedes Kind – zumindest die sechsjährige Ashlynd aus dem US-Bundesstaat Arkansas. Das kleine Mädchen kaufte vor Weihnachten fleißig im Internet ein – mit dem Amazon-Account ihrer Eltern. Der war zwar über Apples Touch ID gesichert, aber Ashlynd drückte kurzerhand den Finger der schlafenden Mutter aufs Smartphone-Display und überlistete so die Fingerabdruckerkennung. Sie war allerdings nicht die erste, der das gelang: Unmittelbar nach dem Start von Touch ID im Jahr 2013 hatten Hacker des Chaos Computer Clubs (CCC) die Hürde überwunden – mit erheblichem Aufwand. Erst machten die Hacker ein hochauflösendes Foto eines Fingerabdrucks, danach fertigten sie eine Latex-Attrappe an. Touch ID gilt als relativ sicher.

Zurück zum CCC-Nachwuchs Ashlynd: Das Mädchen suchte aus, was ihr gefiel: 13 Artikel für 250 Dollar, im Wesentlichen Pokémon-Spielzeug. Und die Eltern wunderten sich kurz darauf über die Abrechnung. Zuerst dachten sie, sie seien Online-Betrügern zum Opfer gefallen, erzählten sie dem „Wall Street Journal“. Aber das kleine Mädchen gestand schließlich seinen Kaufrausch. „Macht euch keine Sorgen, die Sachen werden alle nach Hause geliefert“, soll Ashlynd beschwichtigt haben. Vier Artikel durften die Eltern gegen Geld zurückgeben, den Rest bekam das Kind zu Weihnachten.

Was die kleine Ashlynd gelernt haben dürfte: Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern Amazon. Und dafür muss man noch nicht einmal das Jahr über brav gewesen sein. Clever reicht.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Dez.2016 | 18:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen