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Verbraucherschutz : Telefonanbieter: Wechsel mit Hindernissen

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Verbraucher beschweren sich immer häufiger über Probleme beim Wechsel ihres Telefonanbieters. Verbraucherschützer sehen darin eine Taktik der Unternehmen.

Kiel/Berlin | Die Politik hat die Verbraucherrechte in den vergangenen Monaten immer weiter gestärkt. Dennoch beklagen immer noch viele Verbraucher Probleme und "tote Leitungen" beim Wechsel des Telefonanbieters.
Stefan Werminghoff, Fotograf aus Eckernförde, kennt das aus eigener Erfahrung. Vor rund zwei Jahren zogen er und seine Frau mit ihrem Fotogeschäft um. Für die neuen Räumlichkeiten wurde ein Anschluss der Firma Vodafone beantragt. Da die Telekom aber laut Vodafone das Erstnutzungsrecht an der Leitung hatte, sollte das Ehepaar zunächst beim Unternehmen mit dem rosa T Kunde werden - und später wechseln. Daraus wurde jedoch nichts. Werminghoff stornierte seinen Auftrag bei Vodafone. "Mit Bedauern bestätigen wir Ihnen die Stornierung Ihres Auftrages", antwortete das Telekommunikationsunternehmen dem Fotografen am 9. August 2011, um ihm zwei Jahre später - am 1. August - eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen, dass sein Anschluss jetzt von Telekom zu Vodafone umgestellt werde, wie sich Werminghoff erinnert. Seit zwei Wochen streiten sich Vodafone, die Telekom und Werminghoff nun um den Anschluss.

"Wir haben ständig solche Fälle"

Bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein kennt man Fälle wie jenen von Werminghoff zur Genüge. "Wir haben ständig solche Fälle", sagt Experte Boris Wita. Auch die Bundesnetzagentur registriert Tausende Beschwerden von Verbrauchern über Probleme beim Wechsel des Telefonanbieters. Aktuelle Zahlen dazu gehen aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Bärbel Höhn, hervor.
Allein zwischen dem 1. Juni 2012 und dem 30. Juni dieses Jahres habe die Netzagentur in 4048 Fällen Verbrauchern helfen müssen, weil wegen eines Anbieterwechsels die Versorgung unterbrochen gewesen sei. Die Netzagentur hat inzwischen laut Bundesregierung gegen drei Telekommunikationsanbieter Bußgeldverfahren eingeleitet.

"Da werden die Kunden mürbe gemacht"

"Ich behaupte mal, da werden Kunden mürbe gemacht", so Wita. Er habe Fälle gehabt, in denen die Leute zwei Monate auf ihren Telefonanschluss warten mussten. Zwar gebe es eine gesetzliche Grundlage, die verhindern soll, dass so etwas passiert, erzählt Wita, der selbst zeitweilig in der Telekommunikationsbranche gearbeitet hat. Die Realität ist aber eine andere. Mal will das eine Unternehmen den Kunden nicht gehen lassen, mal will Boris Wita zufolge das neue Unternehmen den Kunden auch nicht haben - dies sei etwa dann der Fall, wenn der neue Anschluss des Kunden für den Telefonanbieter nicht wirtschaftlich ist, beispielsweise weil das Netz den jeweiligen Wohnort bis dahin gar nicht abgedeckt hat. Vor allem im ländlichen Raum sei dies mitunter der Fall.
Wita empfiehlt Betroffenen, die Verbraucherzentrale zu kontaktieren. "Wir haben oftmals das Glück, dass wir das mit einem Anruf regeln können." Werminghoff hat inzwischen seinen Anwalt eingeschaltet. Seit der Umstellung funktioniere der DSL-Anschluss nach seinen Angaben nicht mehr. Für den Berufsfotografen, der auf das Internet angewiesen ist, eine Katastrophe. Einen Auftrag habe er nachweislich bereits durch den Vorfall verloren, erzählt er.
Vodafone bedauerte auf Anfrage den Fall. Die Stornierung der Familie sei nicht in das System eingepflegt worden. Inzwischen arbeitet der Konzern nach eigener Darstellung mit Hochdruck und auch in Rücksprache mit der Telekom daran, den Fehler zu korrigieren.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:55 Uhr

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