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Nagars Netzwelt : Tagesthemen-Kommentar von Anja Reschke: Futter für das Weltbild

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie reagieren Netzhetzer auf einen Kommentar gegen Netzhetze? Wenig überraschend: Mit Netzhetze.

Der Tagesthemen-Kommentar von Anja Reschke gegen rechte Hetze im Netz ging gestern in sozialen Netzwerken herum. Bei Facebook wurde das Video des Kommentars bereits über 1,8 Millionen mal angesehen und knapp 50.000 mal geteilt. Auf Twitter war der Name der ARD-Journalistin unter meistgenutzten Begriffen. Sie hat da offenbar in ein Wespennest gestochen.

Man könnte meinen, dass endlich einmal Leute ergebnisorientiert diskutieren über das unschöne Phänomen Netzhetze. Doch das mit der Diskussion ist so eine Sache für sich. Diskussion bedeutet, dass man sich austauscht, aber genau das scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Denn die meisten Netzhetzer sind darauf erpicht, ihren Senf abzugeben und weiterzuscrollen. Sie lesen und liken, was ihrer ohnehin schon zementierten Meinung entspricht und stilisieren die gegenteilige Meinung zum Feindbild. Jedes kleinste Schnipselchen an Information wird als Futter für das eigene Weltbild genutzt.

Und so lesen sich denn auch die Kommentare unter dem bei Youtube eingestellten Video: Zwischen sehr viel Zustimmung äußern sich eben auch diejenigen, auf die der Kommentar offensichtlich abzielte. Sie kritisieren den Medien-Brainwash (Gehirnwäsche) und dichten über „Bunt-Faschisten“, was auch immer das jetzt wieder heißen soll.

Doch damit hat Anja Reschke schon gerechnet. Sie beendet ihren Beitrag mit den Worten: „Ich freue mich schon jetzt auf die Kommentare zu diesem Kommentar.“

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erstellt am 07.Aug.2015 | 03:30 Uhr

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