Surfen statt schnacken

mira

Wann haben Sie das letzte Mal einen Abend verbracht, ohne dass jemand das Smartphone zückte?

von
07. Mai 2015, 09:22 Uhr

Die Runde in der Mittagspause war eigentlich ganz nett. Ein paar junge Leute, Kollegen in einem Ausbildungsjob, hatten sich an den langen, mit Kunstblumen geschmückten Tisch gesetzt und das kalorienreiche Kantinenessen war wie immer diskussionswürdig. Nur es diskutierte niemand, denn alle schauten auf ihr Smartphone. Diese Situation ist so alltäglich wie exemplarisch. Kaum eine gemütliche Runde kommt zusammen, ohne dass irgendjemand schon in den ersten Minuten sein Handy zückt. Auf Neudeutsch nennt man das „Phubbing“.

Nun können witzige Bilder, Memes oder Texte ein prima Start für ein Gespräch sein. Aber sie sind eben auch ein genauso wirkungsvoller Stopp. Vergangenheit sind alle jede endlos-mühseligen Gespräche, in denen man sich fragte, wie noch gleich der Ministerpräsident von Brandenburg heißt. Und vorbei sind auch diese peinlichen Gesprächspausen, die gern in der verkrampften Frage „Und sonst so?“ gipfeln. Denn jeder hat sofort die gesamte Netzwelt zur Hand zur sofortigen Ablenkung. Ob das nun Vor- oder Nachteile sind, könnte man vorzüglich in gemütlichen Mittagspausen-Runden diskutieren. Oder auch nicht.

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