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Jeder zehnte Dreijährige ist online : Studie: Smartphone statt Bauklotz?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Manche Kinder können Smartphones und Laptops besser bedienen als Erwachsene. Doch brauchen Grundschüler schon Handy und Computer?

Lernprogramme am eigenen Laptop oder mal kurz mit dem Handy daheim anrufen, wenn es in der Schule länger dauert – schon in der Grundschule werden bei vielen Kindern Themen wie Smartphones und Computer aktuell. Viele Kleinkinder nutzen einer Untersuchung zufolge das Internet sogar schon, bevor sie schreiben und lesen können. Wie die „Rheinische Post“ berichtete, sind zwölf Prozent der dreijährigen Jungen und neun Prozent der Mädchen online. Die Zeitung beruft sich auf eine noch unveröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet.

Die Studie untersucht das Verhalten von drei- bis achtjährigen Kindern im Internet und soll dem Bericht zufolge heute von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) offiziell vorgestellt werden. Demnach gehen 1,2 Millionen Kinder in diesem Alter regelmäßig ins Internet. Statistisch gesehen sei das jedes dritte Kind dieser Altersgruppe, hieß es.

Während ältere Kinder das Internet auch nutzen, um über Suchmaschinen zu recherchieren, schauen Dreijährige vor allem Videos, spielen oder hören Kinderlieder auf Portalen wie Youtube. Zwei Drittel der Kinder, die online sind, benutzen der Studie zufolge das Internet selbstständig und ohne Hilfe ihrer Eltern.

Kristin Langer von der Initiative „Schau hin – Was dein Kind mit Medien macht“ erklärt, was sinnvoll und wichtig ist – und was nicht.

Brauchen Grundschüler ein Handy?
„Lebensnotwendig ist ein Mobiltelefon für Grundschüler nicht“, sagt Langer. Ab einem Alter von neun Jahren hält sie ein Handy für sinnvoll. Dann können Kinder überhaupt verstehen, dass so ein Gerät Geld kostet. Außerdem können die Schüler erste Erfahrungen mit dem Sparen sammeln. „Denn wenn das Guthaben aufgebraucht ist, können sie nicht mehr telefonieren“, sagt Langer. Sie müssen sich das Geld also einteilen. Ein Smartphone würde Langer erst ab zwölf Jahren empfehlen. Vorher hält sie einen Internetzugang am Telefon nicht für nötig. Dann sollten Eltern den Zugang zum Netz auf Kinderseiten beschränken.

Welche Vorteile hat ein Handy für Grundschulkinder?
Wenn Kinder früh einen Bezug zu Technik haben, lernen sie auch den Umgang damit. „Das heißt aber keineswegs, dass Schüler ohne Mobiltelefon den Anschluss verlieren und das nicht noch später nachholen können“, erklärt Langer. Allerdings übernehmen sie mit dem Gerät auch eine gewisse Verantwortung. Denn sie müssen darauf achten und aufpassen, dass es nicht geklaut wird. Langer warnt aber, dass ein Kinder-Handy nicht zur verlängerten Elternleine werden darf. Denn oft wollen Eltern, dass das Kind für sie immer erreichbar ist. „Dabei ist es besser für die Entwicklung der Selbstständigkeit, dem Kind schon einiges zuzutrauen – es laufen zu lassen.“ Wenn Schüler ihren Eltern etwa mitteilen wollen, dass sie später heimkommen, können sie auch das Schultelefon nutzen.

Wie sieht es mit einem Laptop aus?
Bevor Grundschüler einen eigenen Laptop bekommen, sollten sie den Umgang damit am Familien-PC üben. Dort lassen sich verschiedene Benutzerkonten einrichten. Eltern sollten darauf achten, dass Kinder nicht unkontrolliert im Netz surfen. Haben die Kinder einen eigenen Laptop, muss es nicht der beste und teuerste sein. „Es soll natürlich auch kein Schrott-PC sein“, sagt Langer. „Doch wer schon in so jungen Jahren ein so teures Gerät hat, gewöhnt sich möglicherweise an eine High-Level-Ausstattung.“

Am Laptop können die Schüler dann für Referate recherchieren oder mit Lernprogrammen den Schulstoff üben. Doch auch das ist kein Muss. „Eltern müssen hier nichts erzwingen, sondern können gelassen abwarten, bis ihr Kind so weit ist.“ Wichtig ist, dass es für den Laptop Nutzungsregeln gibt – denn der ist ja schließlich kein Spielzeug. Kinder müssen verstehen, dass das Gerät ein Arbeitsmittel ist. „Das heißt nicht, dass sie den Laptop nur am Schreibtisch nutzen dürfen“, sagt Langer. Aber in manchen Lebenssituationen – etwa auf dem Spielplatz – hat er nichts zu suchen.

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