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Street Art: Banksy über Krieg und Kätzchen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verwüstung, Tod und Trümmer – erschütternde Bilder aus Gaza gehören zum festen Bestandteil von Nachrichten aus dem Nahen Osten. Derzeit kursieren aber auch Street Art-Fotos aus dem Krisengebiet im Internet: Eines zeigt eine Katze mit rosa Schleifchen – aufgesprüht auf die Mauer einer Ruine. Das Tier scheint mit einem realen Metallknäuel davor zu spielen.

Street Art-Künstler Banksy hat das Graffiti dort angebracht. „Ein Anwohner fragte mich: ,Was bitte soll das bedeuten’“, schreibt Banksy auf Instagram. Er wolle die Zerstörung in Gaza zeigen, antwortete der Künstler, dessen wahre Identität unbekannt ist. „Aber die Internet-Leute schauen nur auf Bilder von Katzen.“ Die Reaktionen geben ihm recht: Mehr als 92  000 Instagram-Nutzer haben dem Bild bereits einen „Like“ gegeben, es wurde bekannter als alle anderen der Serie – und es brachte Tausende dazu, online über den Dauerkonflikt zu diskutieren. „Diese Gaza-Bilder sprechen tausend Worte“, schreibt ein ein Nutzer. „Das bereitet mir Gänsehaut“, kommentiert eine Frau. Neben reichlich Lob gibt es auch Kritik. „Warum malst du es nicht auf die Häuser, in denen die Missiles lagern“, fragt einer. Oder: „Lasst uns ein paar Kätzchen sehen, die die Zerstörung in Israel zeigen.“

Banksys Ziel der Street Art-Serie, sei es, auf den Konflikt aufmerksam zu machen – und die überaus katzenaffinen Internetnutzer zur Selbstkritik zu bringen. Der sogenannte Cat Content ist fester Bestandteil des Internet und steht beispielhaft für eine moderne Form des Eskapismus. Dass Katzenbilder sich vor allem in sozialen Medien verbreiten wie Karnickel, ist daher eines der Lieblingsthemen von Internet-Kritikern. Oft werden die Samtpfoten aus kommerziellen Gründen für den Viral-Effekt genutzt. So soll allein die grimmig blickende Grumpy Cat ihren Besitzern bislang mehr als 100 Millionen Dollar eingespielt haben. Doch nicht nur Katzenbilder sorgen dafür, dass sich der globale Dorftratsch mit unterhaltsamen Dingen statt mit Krisen beschäftigt. „Das nächste Mal male ein Kleid“, schlägt eine Nutzerin vor. „Das ist ein Konversations-Starter.“

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erstellt am 06.Mär.2015 | 02:26 Uhr

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