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Amazon Fire TV : Streaming: Fernsehen nach Maß

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Abrufen von TV-Inhalten aus dem Internet ist ein Trend – auch der Online-Versandhändler Amazon will ein Gerät dazu liefern.

Berlin | Das Fernsehprogramm ist schlecht? Viele Zuschauer haben sich schon lange vom klassischen TV-Angebot verabschiedet und holen ihre Wunschsendung aus dem Internet – sie streamen.

Doch wie gelangen die Videos auf den Fernseher? Die Möglichkeiten werden immer vielfältiger: Das TV-Gerät selbst steht zur Wahl, sofern es einen Internetanschluss besitzt (Smart TV); Notebook oder PC, verbunden mit dem Fernseher; eine Spielekonsole oder sogenannte Streaming-Sticks und Streaming-Boxen, die per HDMI-Schnittstelle mit dem Fernseher verbunden werden.

Ein solches Gerät ist Amazon Fire TV. Die handliche Streaming-Box erscheint Ende September in Deutschland, kündigte der Online-Versandhändler im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin an. Das Unternehmen platziert sie als Konkurrenzprodukt zu Apple mit seinem Empfangsgerät Apple TV und dem Streaming-Stick Chromecast von Google. Sie alle holen Internetinhalte per WLAN oder per Kabel (Amazon Fire TV, Apple TV) auf den Bildschirm.

Die Hersteller verkaufen sie günstig: Chromecast kostet 35 Euro, Apple TV und Amazon Fire TV sind für 100 Euro zu haben. Der niedrige Preis hat einen Grund: Amazon Fire TV ist die passende Hardware zu den Inhalten, die das Unternehmen anbietet. Bei Amazon heißt die Online-Videothek Instant Video oder Prime Instant Video, Apple ist mit iTunes im Rennen, Google mit Google Play, und die weiteren Konkurrenten sind etwa Maxdome, Videoload, Watchever und Netflix. Die per Browser oder App abrufbaren Dienste bieten zehntausende Filme, Serien und TV-Sendungen per Kauf, Miete oder Abonnement an. Der Online-Versandhändler tritt sogar als eigener Serienproduzent auf.

Einen gravierenden Nachteil von Apple TV und iTunes lässt Amazon Fire TV hinter sich: die Abschottung der eigenen Angebote. Auf der Streaming-Box laufen nicht nur die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen, Nachrichten- und Musikstreaming-Angebote, sondern bald auch die Online-Videothek Maxdome. So können Nutzer bei der Konkurrenz stöbern.

Mit den technischen Eigenschaften seiner Streaming-Box facht Amazon den Wettbewerb weiter an: Der Prozessor von Fire TV soll viermal schneller sein als der von Apple TV, der Arbeitsspeicher viermal größer als die Geräte der Konkurrenten von Apple und Google. Andere Funktionen wie die Wiedergabemöglichkeiten von Inhalten in Full HD-Auflösung und die Mehrkanalausspielung per Dolby Digital bieten hingegen auch Apple TV und Chromecast.

Vorzüge gibt es bei der Software: Um nach Inhalten zu suchen, spricht man Serientitel, Schauspieler oder den Namen der App in die Fernbedienung von Amazon Fire TV – eine elegante Lösung für die bisweilen mühsame Steuerung per Tasten. Amazon hebt auch seine neue Streaming-Technik ASAP (Advanced Streaming and Prediction) hervor: Sie überlegt, welche Videos man ansehen möchte, hält die Inhalte gepuffert vor, so dass die Videos verzögerungsfrei starten sollen. Per WhisperSync ist zudem eine Synchronisierung von Inhalten möglich – der auf dem Fernseher gestartete Film kann später auf anderen Geräten an der Position weiter abgespielt werden, an der man aufhörte.

Auf dem Papier stellt das Gerät eine mehr als interessante Alternative zur etablierten Streaming-Hardware dar. Ob es in der Praxis die Konkurrenz hinter sich lässt, wird sich zeigen.

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erstellt am 09.Sep.2014 | 05:30 Uhr

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