zur Navigation springen

Nagars Netzwelt : Stimmungswechsel im Sekundentakt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die unterschiedlichen Themen prasseln in sozialen Netzwerken manchmal wie Platzregen.

Es gibt diese Menschen, die gerne völlig unvermittelt das Thema wechseln. Gerade noch erörtert man ausführlich die Beziehungsprobleme der Schwippschwägerin der Nachbarin und statt darauf zu antworten, listet der andere die jüngste Historie der Benzinpreisentwicklung auf, inklusive der Information über den nahezu heroischen Tankerfolg. Sicher kennen viele ähnliche Situationen und sei es aus den gesammelten Lebensweisheiten des Mario Barth.

Facebook ist noch schlimmer. Es wechselt seine eigenen Themen noch abrupter und mit noch weniger Vorwarnung. Erst ist da dieses Video, in dem ein Erdmännchen versucht, ein Stück Pizza zu ergattern, das an einem Seil hängt – ein wenig zu hoch, um heranzukommen. Das Tier streckt sich an einer aufgestellten Reckstange, stemmt sich in die Höhe, wächst über sich hinaus und purzelt vornüber. Scheitert, scheitert erneut und hat schließlich die Pizza. Süß.

Und dann fordert Facebook einen auf, einer alten Bekannten zum Geburtstag zu gratulieren. Was das soziale Medium nicht weiß: Sie lebt nicht mehr. Statt der üblichen Glückwünsche mit überschwänglichen Smileys stehen auf ihrer Pinnwand Sätze wie „Du fehlst“ oder „Ich drück dich in Gedanken, wo immer du bist.“ Es sind Worte, bei denen man schlucken muss. Danach präsentiert Facebook die Information, dass die Polizei mit Maschinenpistolen beim Fleetinselweihnachtsmarkt steht – „traurig traurig.“ Und dann kommt ein Dackelfoto.

Das Leben ist nun mal so, es gibt immer und überall Witz, Trauer, Wut, Freude und Fassungslosigkeit. Und Dackel, wenn man Glück hat. Aber im Sekundentakt, so nahtlos? Manchmal kommen die verschiedenen Eindrücke bei Facebook so schnell und fast gleichzeitig, dass man sich buchstäblich wie geschüttelt vorkommt.

zur Startseite

von
erstellt am 23.Dez.2016 | 14:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen