zur Navigation springen

Fligges Netzwelt : Sternengucker und Lippenstift-Roboter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie Forscher mit einer Software den Ursprung eines über 2500 Jahre alten Gedichts aufklären.

von
erstellt am 19.Mai.2016 | 07:29 Uhr

Eine Zukunft ohne Software – undenkbar. Sie löst all die Probleme, die das 21. Jahrhundert so mit sich bringt: Abgaswerte von Dieselfahrzeugen senken zum Beispiel. Oder Roboterarmen das Schminken beibringen. Letzteres hat die Schwedin und Youtuberin Simone Giertz vollbracht. In einem ihrer Videos führt die Bastlerin das Gerät vor. In sechs Sekunden verpasst der Lippenstift-Roboter der Dame nicht nur rote Lippen, sondern darüber hinaus auch rote Wangen. Wie viele der Videos auf dem Kanal der jungen Schwedin ist auch dieses nicht ganz ernst zu nehmen. Ihre Weckmaschine etwa drischt mit einem Gummi-Arm auf Schlafende ein. Gummi-Hände sind es auch, mit denen ihre Applaus-Maschine den Büroarbeiter motiviert. Das ist ebenso absurd wie lustig. In jedem Fall regt es an, sich mit der Funktionsweise und vor allem dem Programmieren von Robotern zu beschäftigen.

Wer dieses Handwerk beherrscht, wird immer noch wie ein Magier bestaunt. Oder könnten Sie mal eben so sagen, wann genau die vor über 2500 Jahren lebende griechische Lyrikerin Sappho ein bestimmtes Gedicht verfasst hat? Das ist Astronomen mit Hilfe eines Programmes gelungen. Sappho besang unter anderem auf der Ägäis-Insel Lesbos die Schönheit des weiblichen Geschlechts – und prägte damit den Begriff „lesbisch“. Im sogenannten Mitternachts-Gedicht spielt aber auch der Sternenhimmel eine große Rolle. Und hier vor allem die als Sternhaufen bezeichneten Plejaden. Und hier kommen die Astronomen ins Spiel. Mit Hilfe der Software „Starry Night“ haben sie herausgefunden: Ausgehend von der beschriebenen Sternenkonstellation beschreibt Sappho das Himmelszelt am 25. Januar im Jahr 570 vor Christus.

Die Wissenschaft frohlockt, und die Technikkrampen staunen. Wie schön wäre es, wenn wir alle programmieren könnten. Können Sie nicht? Keine Sorge. Auch in Zukunft muss es Technikkrampen geben, die etwas anderes machen. In den Himmel gucken und Gedichte schreiben zum Beispiel.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen