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Smart City : So intelligent lebt man in Hamburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Selbstregulierende Straßenlaternen und Ampeln – Wie die Digitalisierung Hamburg verändert.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2016 | 06:30 Uhr

Hamburg | Zwei Jahre nach dem Start des Großprojekts Smart City sieht sich Hamburg auf der Schwelle zur digitalen Stadt. „Hamburg ist ein Inkubator für Trends. Wir haben herausragende Projekte entwickelt“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) gestern bei einer ersten Zwischenbilanz. Ziel sei eine „vernetzte und kluge Stadt“, so Horch, bei der es nicht um Science Fiction, sondern um digitale Innovationen für den Wirtschaftsstandort und verbesserte Lebensqualität für Bürger gehe. Christian Korff von Cisco Deutschland adelte die Hansestadt als „Leuchtturm“ und stellte die Stadt auf eine Stufe mit Barcelona, Rio de Janeiro und Toronto.

Vor zwei Jahren hatte der Stadtstaat mit dem US-amerikanischen Netzwerk-Giganten eine Zusammenarbeit zur Digitalisierung vereinbart. Nach Angaben des Senators sind seither mehrere konkrete Vorhaben Wirklichkeit geworden. Ein Schwerpunkt liegt auf den Verkehren im Hafen. So gibt es dort eine „intelligente Beleuchtung“ auf der Hohe-Schaar-Straße: Nähert sich ein Fußgänger oder Radfahrer, stellen sich die Straßenlaterne automatisch heller. Lkw wiederum kommunizieren auf der „intelligenten Straße“ mit Ampeln und erhalten so längere Grünphasen. Sebastian Saxe, Digitalchef der Hafenbehörde: „Zentral ist das Messen von Daten zum Zustand der Verkehrsinfrastruktur.“ So liefern Sensoren an der Kattwykbrücke fortlaufend Informationen etwa zur Dehnung des Bauwerks und zur Zahl der passierenden Fahrzeuge.

Was im Hafen erprobt wird, soll in absehbarer Zukunft Einzug ins Alltagsleben der Hamburger halten. So koordiniert der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer seine Baustellen bereits am „Multitouch-Tisch“ mit allen Beteiligten. So soll vermieden werden, dass eine Straße mehrfach aufgerissen wird. Praktische Anwendung soll die Vernetzung bald auch an Ampelschaltungen im Stadtgebiet finden. Prinzip: Signalisieren Messfühler an Kreuzungen in einer Fahrtrichtung viel Verkehr, zeigen die Anlagen länger Grün. Ein anrührendes Beispiel für eine sehr menschliche Segnungen der IT-Errungenschaften stellte Henning Schneider, Technik-Chef der Uniklinik Eppendorf (UKE), vor. Per Videoübertragung nehmen derzeit drei junge Krebspatienten am Unterricht ihrer Klassen teil. Einer macht so sogar gerade sein Abitur.“

Kräftig Wasser in den smarten Wein goss die Opposition. FDP-Wirtschaftsexperte Michael Kruse warf Horch vor, in Sachen Digitalisierung „Wackelpudding an die Wand zu nageln“. Kruse: „Konkrete Projekte mit verbindlichen Timings und Budgets sucht man vergeblich. Das ist nicht smart, sondern bestenfalls naiv.“ Nötig sei eine konkrete Digitalstrategie für die Stadt.

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