Foto-Apps : So gelingt mit dem Smartphone mehr als ein Selfie

Bessere Belichtung, grellere Farben, mehr Schärfe: Mit Hilfe von Apps wird aus einem einfachen Handy-Foto (kleines Bild) ein echter Hingucker.
Foto:
Bessere Belichtung, grellere Farben, mehr Schärfe: Mit Hilfe von Apps wird aus einem einfachen Handy-Foto (kleines Bild) ein echter Hingucker.

Schöne Fotos bei dem Schmuddelwetter draußen? Das Smartphone macht es möglich.

von
19. Mai 2015, 06:00 Uhr

Zahlreiche Mini-Bildbearbeitungsprogramme können mittlerweile aus fast jedem Schnappschuss ein kleines Kunstwerk zaubern.

Rein vom technischen Standpunkt aus betrachtet sind Smartphone-Kameras besseren kompakten und Systemkameras hoffnungslos unterlegen. Nur sehr wenige spezielle Kamerahandys bieten einen optischen Zoom oder eine Einstellmöglichkeit für die Lichtempfindlichkeit. „Nach wie vor ist es nicht möglich, die Blende einzustellen, die – aus fotografischer Sicht betrachtet – das Herzstück der Fotografie ist“, sagt Fotografin Jana Mänz aus Grimma. Doch mit Hilfe von Apps kann man aus den Smartphone-Bildern mehr herausholen.

Foto-Apps können den Funktionsumfang der im Smartphone oder Tablet verbauten Kamera um spezielle Zoom-Eigenschaften oder aber auch detaillierte Belichtungseinstellungen erweitern. „Der Funktionsumfang heutiger Bildbearbeitungs-Apps reicht vom einfachen Zuschneiden des Bildes über das Anwenden von Filtern bis hin zur komplexen Bildbearbeitung mit mehreren Bildebenen, wie man es etwa von Adobe Photoshop kennt“, sagt Technik-Experte Michael Peuckert. Die Apps seien meist auch für Anfänger geeignet. Aber: „Wie gut sich manche Funktionen tatsächlich nutzen lassen, hängt zudem stark von der Performance und der Displaygröße des verwendeten Smartphones oder Tablets ab.“

Was ist per App möglich?

Effekte: Per App lassen sich viele spannende Effekte auf ein Bild anwenden. Man kann etwa Teilweichzeichnungen für einen Miniatureffekt (Tilt-Shift genannt) oder Unschärfebereiche (sogenannte Bokehs) einfügen. Voreingestellte Filter färben das Bild neu ein.
Collagen: Die Entscheidung für ein Lieblingsbild fällt schwer. Dann bietet sich eine Collage an. Mit der App „KD Collage“ können bis zu neun Fotos kombiniert werden. Für die Anordnung gibt es verschiedenste Optionen. Auch ein und dasselbe Bild kann in verschiedenen Farben à la Andy Warhol toll als Collage zur Geltung kommen.
Text oder Symbole einfügen: Das Bild sagt doch nicht mehr als tausend Worte? Mit Apps wie „InsText“ oder „Font Studio“ lässt sich noch Text einfügen. Auch kleine Cartoon-Zeichnungen wie lustige Brillen oder Partyhüte können ergänzt werden. Das Wetter spielt für das Bild eine entscheidenen Rolle? Die App „InstaWeather“ verpasst dem Foto auch noch Details aus der Wettervorhersage.

Meist sind die Apps gratis. „Echte Profitools, die etwa den Umgang mit mehreren Bildebenen beherrschen, lassen sich jedoch hauptsächlich bei Bezahl-Apps finden“, sagt Peuckert. Einige Gratis-Apps bieten Zusatzfunktionen oder -Filter als In-App-Kauf.

Worauf muss geachtet werden?

„Stellt die App auch eine eigene Community zur Verfügung, wie zum Beispiel Instagram, dann sollte man sehr genau in die Datenschutzvereinbarungen schauen, ob man eventuelle Rechte abtritt“, rät Martin Förster vom Fotoblog „Lensarmy.de“. Bei Apps, mit denen nur bearbeitet wird, müsse man solche Klauseln aber nicht fürchten.

Letztlich bringt aber auch die tollste App nichts, wenn die Kamera im Smartphone unterdurchschnittlich ist. „Es ist nicht entscheidend, wie viele Megapixel die Kamera hat, sondern wie sich die Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen verhält, ob die Bilder dann beispielsweise sehr verrauscht sind“, erklärt Mänz. Ebenso wichtig: Die Autofokus-Geschwindigkeit, damit auch spontane Aufnahmen scharf werden. Ambitionierte Smartphone-Fotografen sollten auf die Speicherkapazität des Gerätes achten und sich einen Ersatz-Akku besorgen, gegebenenfalls auch eine Ladestation, ein Ladekabel fürs Auto oder einen Solar-Lader. So ausgerüstet gelingen die meisten Handy-Fotos.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen