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Easter Eggs : So findet man neun bunte Ostereier im Netz

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Programmierer verstecken mit großer Hingabe Easter Eggs auf Internetseiten oder in Spielen. Hier ein geheimes Bild, dort eine mystische Botschaft oder ein ironischer Witz für Eingeweihte. shz.de hat sie gesucht.

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erstellt am 25.03.2016 | 06:00 Uhr

Oster-Ohrstedt | Computernerds haben bekanntlich ihren eigenen Humor, der sich irgendwo zwischen Pubertät und Ironie, zwischen Games und Fantasy ansiedelt. Manchmal völlig unbemerkt von ihren Arbeitgebern schaffen sie es, kleine, geheime Witze zwischen den vermeintlich langweiligen Alltagsfunktionen zu verstecken. Geheimes, Witziges und Buntes – meist mit einem gewissen Augenzwinkern. Easter Eggs nennen sich die versteckten Überraschungen, Ostereier. Doch im Gegensatz zur Hasengabe sind die digitalen Eier das ganze Jahr über zu finden. 

Das erste digitale Easter Egg wird einem Designer von Atari zugeschrieben. Er soll 1978 seinen Namen in einem Spiel verewigt haben. Damals war es noch nicht üblich, die Kreativen namentlich zu nennen, sodass er sich einen versteckten Platz dafür suchte. Seitdem geistern zahlreiche Easter Eggs durch Computerspiele und später auch durch das Internet. Doch auch wenn meist kein Name in den versteckten Überraschungen genannt wird, sind sie eine kleine persönliche Note, eine Art Signatur des Programmierers.

 Solche geheimen Botschaften wurden allerdings nicht erst mit dem Computerzeitalter erfunden. Schon in der Geschichte der Malerei finden sich mehr oder weniger gut versteckt ironische Anspielungen oder persönliche Andeutungen. Zum Beispiel veröffentlichte Raffael in seinem Fresko „Die Schule von Athen“ Porträts von Leonardo da Vinci oder Michelangelo. Der Begriff Easter Egg ist allerdings relativ neu und ist wohl auf die berühmten Fabergé-Eier zurückzuführen, in denen gern auch kleine Überraschungen versteckt wurden.

1. Der SPD-Politiker und Freund der geringelten Haubentaube

Jakob Maria Mierscheid ist ein unauffälliger Zeitgenosse. Mehr als drei Jahrzehnte sitzt der stolze Träger der Silbernen Ehrennadel des Männergesangsvereins (MGV) Morbach für die SPD im Deutschen Bundestag und kümmert sich mit Hingabe um sein Lieblingsthema, die geringelte Haubentaube. Nun beehrt er den Plenarsaal nicht ganz so häufig mit seiner Anwesenheit wie andere Top-Politiker. Auch sind seine Nebentätigkeiten weniger einträglich, beschäftigt er sich doch hauptsächlich als Mitglied im heimischen Kleintierzüchterverein. So jedenfalls ist es nachzulesen in Mierscheids Lebenslauf auf der Internetseite des Deutschen Bundestages, wenn man in der Suche seinen Namen eingibt. Skeptiker kolportieren immer wieder, dieser Lebenslauf sei nicht echt, Mierscheid ein Phantom. Der Eintrag auf der Netzseite sowie diverse Facebook-Profile - in denen Mierscheid eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem verstorbenen Karl Ranseier hat - sollen lediglich das Ergebnis eines weinseligen Abends einiger SPD-Politiker sein. Mierscheid – Hinterbänkler, Phantom und Insider-Witz. Ein Easter Egg. Zwischenzeitlich versuchte die Linke, den beliebten Politiker in ihre Reihen zu ziehen und betrieb eine Facebook-Seite mit überwältigenden 79 Fans und eher unversteckter Parteiwerbung.

Lieber Bodo Ramelow, ich will es zu Deinem 60. Geburtstag nicht bei leeren Worten belassen. Mein Geschenk an Dich:...

Posted by Jakob Maria Mierscheid on  Dienstag, 16. Februar 2016

2.  Der Angriff der Google-Os

Die Google-Os fressen bei Zerg-Rush die Suchergebnisse.
Die Google-Os fressen bei Zerg-Rush die Suchergebnisse.

Bei Google sitzen offenbar besonders viele Witzbolde in der Programmierabteilung. Wer bestimmte Begriffe in das Eingabefeld der Suchmaschine eingibt, sieht sich dann mit merkwürdigen Antworten konfrontiert. Ein kleines Spielchen kommt bei der Google-Suche nach den Wörtern „zerg rush“. Plötzlich regnet es den Buchstaben „O“ von oben auf die Suchergebnisse herab. Es gilt, die roten und gelben Lettern abzuschießen, bevor sie die Schrift auffuttern. Laut Chip-Online geht der Begriff zurück auf das Strategiespiel „Starkraft“. Dort gab es die Möglichkeit, dass die Fantasy-Rasse der „Zergs“ den Gegner überrennt.

3.  Atari-Nostalgie

Atari Breakout

Atari Breakout

Foto: shz
 

Wer genug gezergrusht hat, kann sich mittels „Atari Breakout“ in die Anfänge der Computerspielhistorie zurückversetzen. Wer bei der Google-Suche mittels „auf gut Glück“ nach den Wörtern sucht, kommt zu dem Spiel. Nostalgie pur. Es erinnert ein wenig an das rudimentäre Tennisspiel, das im vergangenen Jahrtausend über die klobigen Monitore flimmerte. Statt gegen einen Mitspieler zu spielen, kloppt man den Pixel-Ball allerdings gegen bunte Bilder in Regenbogen-Farben, die daraufhin verschwinden.

4. Sie haben einen Plan

about:robots bei Firefox
about:robots bei Firefox
 

Es ist beruhigend zu wissen, dass sie in Frieden kommen. Im Mozilla Firefox verraten Roboter ihre Mission, wenn man die Wörter „about:robots“ in die Adresszeile eingibt. In einer Art Tafel wird dann erklärt, dass Roboter unsere Freunde sind und nicht gebissen werden sollten. „Und sie haben einen Plan.“

5.  Frag den Bundesgeier

Der Geier.
Der Geier.
 

Ob es sich bei dem kleinen Adler, mit dem man auf der Seite des Deutschen Bundestags chatten kann, lediglich um eine versteckte Funktion handelt oder schon um eine Easter Egg, ist umstritten. Witzig ist der Chat trotzdem - zumal der Vogel auf bescheuerte Fragen zuweilen originelle Antworten kennt. Man kann ihn zum Beispiel bitten, einen Witz zu erzählen und er antwortet: „Einen Witz kenne ich: Was sind die drei Feinde des Programmierers? Na? Sonnenlicht, frische Luft und das unendliche Gebrüll der Vögel.“ Bei der Frage, ob er ein Easter Egg sein, weicht er aber aus. Ebenso wie der Frage, ob die AfD in den Bundestag kommt, warum Deutschland Waffen nach Saudi-Arabien liefert, was TTIP ist und was die Vorratsdatenspeicherung soll. Aber immerhin kennt er Jakob Mierscheid.

6. Hunde und Comic Sans

Hund in Comic Sans.
Hund in Comic Sans.
 

Auch bei Youtube sind Easter-Eggs versteckt. Die Suche nach „Doge Meme“ präsentiert die Ergebnisse in regenbogenbunter Schrift der Art Comic Sans, die regelmäßig bei Designern für Krampfanfälle sorgt. Das Osterei geht auf einen Internet-Trend zurück, bei dem auf Fotos einer japanischen Hunderasse Kurzkommentare in dieser Schrift veröffentlicht wurden.

7. Youtube tanzt

Youtube tanzt.
Youtube tanzt.
 

Wer sich noch an den Tanztrend Harlem Shake erinnert, kann sich auf Youtube an tanzenden Suchergebnissen erfreuen. Einfach „Do the Harlem Shake“ eingeben und abwarten. Denn zunächst bewegt sich – ganz wie beim Harlem Shake – nur ein einzelnes Element, bevor die gesamte Seite zu zucken beginnt. Etwas mitreißender sind da allerdings die vielen Tanzvideos aus SH.

8. Versteckt im Facebook-Chat

Putnam
Putnam
 

Wer kennt das nicht: Man möchte statt Smileys im Facebook-Chat unbedingt das Konterfei des Programmierers Chris Putnam versenden. Dafür gibt es einen eigenen Befehl - denn wenn man „:putnam:“ in den Chat eingibt, erscheint automatisch ein kleines Foto von dem Technik-Freak.

9. Die Fährte des Hasen

Hm, ob sich bei Wikipedia wohl ein Easter Egg versteckt?
Hm, ob sich bei Wikipedia wohl ein Easter Egg versteckt?
 

Eine gezielte Eiersuche wird allerdings nur selten von Erfolg gekrönt, da die Eier oft zu gut versteckt sind. Auch dass Uneingeweihte ein digitales Osterei aufstöbern, passiert wohl nicht oft. Bei Google muss man häufig die Suche „Auf gut Glück“ betätigen und ein wenig Englisch können. Oft handelt sich um so gut wie nie gesuchte Begriffe, die Anlehnungen an alte Computerspiele haben. Lediglich die Easter-Egg-Suche beim entsprechenden Wikipedia-Eintrag wird mit schnellem Erfolg belohnt. Zumindest, wenn man der Spur der Hasen folgt.

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