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Tags und GPS : So bringen Sie Ordnung ins digitale Fotochaos

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tausende Bilder auf dem Rechner, aber keine Übersicht? Mit intelligenten Stichwörtern, Geodaten und eindeutigen Ordnernamen kommt schnell Ordnung ins digitale Fotochaos.

36 Bilder, und der Film ist voll? Das ist lange her. Seitdem wir digital knipsen, landen schnell unzählige Bilder auf dem Computer – und ebenso schnell geht damit der Überblick über die eigene Fotosammlung verloren. Zum Glück kann man am Computer die Bilderflut viel leichter ordnen als früher in der Fotomappe im Schuhkarton. Dafür braucht es nur etwas Disziplin und die richtigen Programme. „In der Regel liefern die Kamerahersteller eine einfache Software für die Verwaltung der eigenen Aufnahmen mit“, sagt Falko Hansen vom Online-Portal www.teltarif.de. Meistens sind sie recht übersichtlich und auf die Funktionen der jeweiligen Kamera abgestimmt. Jedoch sind die Funktionen eingeschränkt.

Viele Fotoprogramme sortieren die Bilder mittlerweile nach Orten, Ereignissen, Daten oder Stichworten in sogenannten Smart-Sammlungen. „Mit Smart-Sammlungen organisieren Sie ein gut durchsuchbares Bildarchiv und halten zugleich Ihren Aufwand gering“, erklärt Wadim Herdt vom Fotomagazin „Colorfoto“. Sie arbeiten ordnerübergreifend auf dem Computer. „Als Ergebnis erhalten Sie ein virtuelles Archiv: Hier sind die Bilder nicht tatsächlich in einem Ordner gespeichert, sondern anhand von Tags in einem virtuellen Ordner zusammengefasst.“ Unter Tags versteht man Stichwörter oder Suchbegriffe, die man mit den Bildern verknüpft. „So sind mehrere Verknüpfungen möglich, und Sie sparen Speicherplatz“, erklärt Wadim Herdt. Bilder können dann in mehreren Alben auftauchen, ohne mehrfach in verschiedene Ordner kopiert zu werden.

Organisiert man seine Bilder klassisch im Dateiordner, spart eine eindeutige Benennung von Ordnern und Fotos Zeit und Nerven. „Wir raten, Zeit und Ort oder Namen in den Dateinamen sowie in den Ordnernamen zu schreiben“, Wadim Herdt. Beispielsweise: „2015-12-31_Silvester“.

Eine Vielzahl hilfreicher Daten hält die Kamera bereits beim Speichern des Fotos fest, erklärt Frank Früh. In diesen EXIF-Daten stecken Angaben zu Datum und Uhrzeit der Aufnahme, außerdem technische Daten wie Brennweite, Belichtungszeit, Blendeneinstellung oder etwa die Lichtempfindlichkeit. Wenn das Fotoprogramm es anbietet, kann man auch diese Daten wie Stichwortsammlungen durchsuchen.

Viele Kameras haben mittlerweile einen eingebauten GPS-Empfänger – ein weiterer Weg, Fotos zu sortieren. Wählt man diese Option, werden Fotos nach ihrem Aufnahmeort geordnet. Hat die Kamera keinen GPS-Empfänger, gibt es einen Trick, die Bilder trotzdem mit Geodaten zu sortieren. „Wer trotzdem seine Bilder per GPS verorten und etwa auf einer Karte darstellen möchte, lässt einen externen GPS-Empfänger mitlaufen und synchronisiert Kamera und GPS-Empfänger anhand der Uhrzeit“, rät Wadim Herdt. Am Rechner fügt dann später ein Programm Bilder und GPS-Daten perfekt zusammen, wenn die Uhrzeiten synchron sind.

„Am bekanntesten und am meisten verbreitet ist ,Adobe Lightroom’, das es in der neusten Version aber nur noch als abonnierte Software gibt“, erklärt Wadim Herdt. Er empfiehlt als gute Alternativen „Corel AfterShot Pro 2“, „ACDsee Ultimate 8“ oder „Capture One Pro 8 – Phase One“. Sie kosten zwischen 75 und 220 Euro. Als kostenlose Alternative empfiehlt Herdt „RawTherapee“, das auch grundlegende Bildbearbeitung und RAW-Konvertierung anbietet. Falko Hansen rät zusätzlich zur kostenlosen Open-Source-Software „DigiKam“.

Doch all die Ordnung kann umsonst gewesen sein, wenn die Bildersammlung nicht regelmäßig gesichert wird. Das sollte möglichst auf einem zweiten externen Datenträger oder in Online-Archiven geschehen. Das gilt auch für andere Speichermedien wie CDs und DVDs, USB-Sticks oder Speicherkarten, die nach starker mechanischer Belastung eventuell nicht mehr funktionieren.

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