Maas' Netzwelt : Snapchat: Verrat an der Idee

Snapchat ändert seine Nutzungsbedingungen und will nun Geld mit den Inhalten machen.

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02. November 2015, 18:50 Uhr

Starten wir ein kleines Experiment mit Assoziationen: Ein soziales Netzwerk mit beunruhigenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Klar, Facebook, werden wohl die meisten antworten. Und liegen richtig. Doch Facebook hat diese Woche Konkurrenz in dieser unrühmlichen Kategorie bekommen: Snapchat.

Snapchat war in Deutschland schnell nach seinem Start als Sexting-App für Teenager verschrien. Zu unrecht, wie ich schon immer fand.

Das Prinzip der Messenger-App im knallgelben Design: Bilder und Videos in Chats werden wenige Sekunden nach dem Öffnen automatisch gelöscht, sogenannte „Geschichten“ haben eine Lebensdauer von 24 Stunden. Die App mit dem eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus antwortet auf eine Sehnsucht nach Vergänglichkeit und einem Leben im Augenblick. Bisher.

Denn in den neuen AGB behält sich Snapchat das Recht vor, Bilder zu speichern, zu veröffentlichen und zu verkaufen. Außerdem werden fleißig Nutzerdaten gesammelt – für Werbung. Seit ein paar Wochen kann man gegen Geld Bilder noch einmal ansehen. Das alles ist Verrat an der Idee. Auch wenn Snapchat betont, dass private Chats privat bleiben und nur die für alle Nutzer zugänglichen Videos oder Bilder in den „Live Stories“ genutzt werden.

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