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Nagars Netzwelt : Snapchat: Der Spuk ist schnell vorbei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Geist geht um in den Netzwerken. Snapchat soll das große Ding sein – doch wer cool sein will, muss eilen.

von
erstellt am 04.Feb.2016 | 18:02 Uhr

Diese Nachricht zerstört sich von selbst. Paff. Was man sonst aus klischeehaften Agentenfilmen kennt, ist bei dem Video-Messenger Snapchat Programm. Die Nutzer, meist im Teenie-Alter, senden sich gegenseitig Videoschnipsel (Snaps) und der Empfänger schaut diesen kurzen Moment nur einmal (oder wenn man nochmal drauftippt zweimal) an. Die App mit dem niedlichen Gespenster-Logo wird immer beliebter. Aber nicht bei mir.

Ich muss zugeben, dass ich mich zunächst schwergetan habe, sie zu installieren. Sie wollte einfach zu viele Zugriffe auf mein Smartphone. Als Hobby-Paranoiker verschleppte ich die Idee also, als Berufsneugierige lud ich das Ding dann doch aufs Handy.

Man merkt ja an Kindern, wie schnell die Zeit vergeht. Doch an neuen Portalen merkt man, dass man alt wird. Kaum einer meiner Freunde tummelt sich bei Snapchat, und so schickte ich mein allererstes Video an zwei Freundinnen, von denen mich eine prompt aufklärte, dass sie die App schon wieder vom Handy geschmissen habe. Die andere schaute sich mein Video an und antwortete auch im Video. Wirklich ganz lustig.

Die Idee, der digitalen Welt wieder etwas Vergängliches zu geben, finde ich generell ganz entzückend. Wer will schon jede alberne Diskussion noch Jahre später nachlesen können? Und doch bleibt der Vorteil digitaler Unterhaltungen erhalten. Denn wenn man zum Snap-Schnipsel sagt: „Verweile doch, du bist so schön“ – kann man sich das Video sichern. Die Snapchat-Idee kann auch nichts dafür, dass sich – so medienkritische Berichte – frühpubertierende Nutzer Strip-Videos als Cybermobbing-Vorlage senden.

Insgesamt hat der Snapchat-Geist mich nicht gepackt. Sei es, weil zu wenig Freunde dabei sind, sei es, dass zu kurze Snaps die Sache hektisch machen. Eingeblendete Textnachrichten kann man so schnell gar nicht lesen. In meinem Snapchat-Experiment verlagerten wir die Diskussion recht schnell hinüber zu Whatsapp und dann in diese komische Plattform namens Realität.

 

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