Schwer vermittelbar

mira

Man stelle sich vor, es gibt eine Datenschutzpanne und kaum einer reagiert. Wie bei „Nackt im Netz“.

von
03. November 2016, 11:45 Uhr

Manchmal frage ich mich, wie viele Datenschutzskandale es eigentlich noch braucht, bis ich endlich den Tor-Browser herunterlade. Bis ich für die Onlinesuche DuckDuckGo oder ähnliches nutze statt den Datenkraken Google. Bis ich konsequent die täglichen Einhorn-Emojis über Threema oder Signal verschicke statt mit WhatsApp. Sicher, der Wirbel um das stasiartige Mozilla-Addon WOT ist auch bei mir angekommen, selbst wenn ich es nicht verwendet hatte: Der NDR hatte den Browserverlauf verschiedener Personen von windigen Onlinehändlern ergattert und konnte die langen URL-Listen konkreten Namen zuordnen. „Nackt im Netz“ nannte der Sender die Enthüllung. Publikumswirksam, aber nur kurz. Schließlich ist leicht, auf Twitter zu poltern – aber Gewohnheiten will man lieber nicht ändern. Nach dem Bericht gab es also etwas Aufruhr und Datenschutztipps einschlägiger Webseiten (inklusive erneuter Erklärung, was der Tor-Browser ist). Aber ob das dazu führt, dass Nutzer nun seitenlange AGB durchlesen – und im Zweifel auf die neuste heiße Trend-Plattform verzichten? Sicher nicht, aber manche sind vielleicht nur noch ein paar Skandale davon entfernt.


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