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Test Antivirenprogramme : Schutz gegen Cyberangriffe: Programme allein reichen nicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aktuelle Antivirenprogramme sind Pflicht, um sich und den Rechner gegen Trojaner&Co. zu schützen. Doch gerade gegen neu entwickelte Malware sind sie meist noch nicht gewappnet. Es gibt noch mehr, was der Nutzer tun kann.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 19:03 Uhr

Die Angst vor dem Verschlüsselungstrojaner „Locky“ ist noch nicht abgeklungen, da tauchen schon wieder neue Kryptotrojaner auf: „Samsa“ dringt in Computersysteme ein und späht sie zunächst aus, bevor er sie verschlüsselt und Lösegeld vom Besitzer für die gesperrten Daten fordert. Allerdings sind diese Angriffe gezielt, die Verschlüsselung erfolgt manuell durch die Angreifer. „Petya“ hingegen hat es auf deutschsprachige Nutzer abgesehen, sorgt dafür, dass der Rechner nicht mehr startet und verschlüsselt die Festplatte in zwei Schritten. Eine vollständige Analyse der Petya-Aktivitäten durch verschiedenste Sicherheitsforscher ist laut heise.de noch im Gange.

Immer neue Gefahren in Form lauern im Cyberspace. Gerade die Forderung von Lösegeld für eine Entschlüsselung der Festplatte hat sich zu einem Geschäftsmodell für Internetkriminelle entwickelt. Nutzer müssen sich aktiv schützen.

Auch wenn ein aktuelles Virenschutzprogramm auf dem Rechner Pflicht ist, kann es keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Denn bis brandneue Schadsoftware von der Wächter-Software erkannt wird, können schon einmal Stunden oder Tage vergehen, wie die Stiftung Warentest bei einem Vergleich von 17 Virenschutzprogrammen unter Windows 10 herausgefunden hat („test“-Ausgabe 4/16).

Vorsichtiges Surfen und Mitdenken sei deshalb unabdingbar. Allein in E-Mails nicht blind auf Links oder Anhänge zu klicken, erhöhe die Sicherheit enorm. Dabei gelte es, die eigene Neugier zu zügeln oder sich einfach nicht so leicht einen Schrecken einjagen zu lassen. Denn die Angreifer sind kreativ und versuchen den Nutzer quasi mit Zuckerbrot und Peitsche zum Öffnen von Anhängen oder Anklicken von Links zu bringen – sei es mit fingierten Gewinnen oder Schreckensmeldungen vom angeblich gesperrten Bankkonto bis hin zur falschen Rechnung. Statt vorschnell die Maus zu betätigen, sollte man lieber zum Telefonhörer greifen und beim angeblichen Absender der Mail nachfragen.

Sinnvoll ist es den Experten zufolge außerdem, mit einem Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten am Windows-PC zu arbeiten. Über ein Konto mit Administratorenrechten im Internet zu surfen, sei nicht empfehlenswert. Zudem sollte man die Phishingschutz-Funktion sowohl im Browser als auch im Virenschutzprogramm aktivieren, sofern vorhanden. Aktuell gehalten werden müssen nicht nur Viren-Wächter, Betriebssystem oder Browser: Updates sollten für jede installierte Software auf dem Rechner zeitnah eingespielt werden, insbesondere bei Office- und PDF-Programmen, Flash oder Java.

Gut beraten ist jeder Anwender mit einer regelmäßigen Sicherung seiner wichtigen oder zumindest wichtigsten Daten – am besten auf einer externen USB-Festplatte oder einem USB-Speicherstick. Nur so kann man sich effektiv vor Viren und Trojanern schützen, die Daten etwa löschen oder verschlüsseln.

Die Note „gut“ im Test erhielten sieben Virenschutzprogramme, nämlich Bullguard Internet Security 2016 (Note 2,2/60 Euro für drei Lizenzen), G Data Internet Security 2016 (Note 2,3/40 Euro), AVG Internet Security 2016 (Note 2,4/45 Euro), Eset Smart Security (Note 2,4/35 Euro), Kaspersky Internet Security 2016 (Note 2,4/40 Euro), Avira New Antivirus Pro (Note 2,5/35 Euro) und F-Secure Internet Security 2016 (Note 2,5/50 Euro).

Die restlichen zehn Programme waren „befriedigend“. Mit am besten schnitt in dieser Gruppe das kostenlose AVG Antivirus Free 2016 ab (Note 2,6). Und auch die übrigen beiden Gratis-Programme im Test Avira Free Antivirus 2016 (Note 2,7) und Avast Free Antivirus 2016 (Note 2,8) schnitten immer noch etwas besser hat als Microsofts kostenloser Windows-Bordwächter Defender (Note 3,0).

Die Lizenzen können Nutzer über die Herstellerseiten im Internet kaufen und die Programme herunterladen. Günstiger können Angebote auf CD im Handel sein.

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