zur Navigation springen

Schadsoftware : Schutz fürs Smartphone: Wo die Viren lauern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viren gibt es auch für Smartphones. Meist laden sich die Nutzer selbst die schädlichen Programme auf ihr Telefon.

Ein Link zur E-Grußkarte, die unbedachte Installation eines kostenlosen Autorennspiels – so leicht kann man sich einen Virus auf sein Smartphone holen. Auch per Video oder MMS kann sich Schadsoftware einschleichen – wie tückisch das sein kann, haben zwei gravierende Sicherheitslücken in Googles Betriebssystem Android in der letzten Woche gezeigt.

Was diese schädlichen Programme auf dem Telefon anrichten, und wie man sich gegen die Infektion schützt, erklärt Roland Schmitz von der Hochschule der Medien in Stuttgart.

Kann sich jedes Smartphone einen Virus einfangen?
„Im Prinzip sind alle Smartphones betroffen“, sagt Schmitz. Allerdings ist Android besonders angreifbar. Zum einen weil es das am meisten verbreitete Betriebssystem für Smartphones ist: „Es lohnt sich einfach mehr, Malware oder Viren für Android zu schreiben“, erklärt Schmitz. Andererseits liegt es daran, dass der Google Play Store nicht jede einzelne App durch einen Menschen überprüfen lässt, sondern eine automatisierte Prüfung durchführt. Auch wer Apps außerhalb des Appstores herunterlädt, riskiert Virenbefall.

Welche Motive verfolgen  Kriminelle?
„Geld ist die Hauptmotivation“, erklärt Schmitz. Zum Beispiel können Betrüger auf infizierten Telefonen mobile Tans beim Online-Banking abfangen. „Der Virus ist in der Lage, die mobile Tan zu unterdrücken, so dass der Nutzer sie nicht sieht. Stattdessen wird die Tan an die Kriminellen weitergeschickt“, erklärt er. Haben die Angreifer auch Log-in-Daten ausspioniert, ist Betrug beim Onlinebanking möglich.

Wie kommt der Virus auf das Telefon?
Die meisten Viren werden vom Nutzer heruntergeladen. Besonders bei kostenlosen Spielen oder vermeintlich lustigen Apps sollte man darauf achten, welche Rechte sich die Programme einräumen. Schmitz: „Braucht eine Spiele-App wirklich Zugriff auf das Versenden von SMS? Muss die App wissen, wo ich mich aufhalte?“ Die zweite Möglichkeit ist das Anklicken von Links, die zu schädlichen Downloads führen.

Woran erkennt man den Virenbefall?
Einen Angriff merke der Betroffene deshalb meist erst beim Studieren des Kontoauszuges, sagt Schmitz „Wenn Sie Dinge auf der Rechnung sehen, die Sie sich nicht erklären können, kann das ein Hinweis auf einen Virus sein.“ Verdächtig seien das Versenden von SMS an Bezahldienste oder andere unerklärliche Abrechnungen.

Wie kann man sich dagegen schützen?
Zusätzlich zur Vorsicht gibt es mobile Virenscanner, die das Smartphone schützen. Diese können den Virus in die Quarantäne verbannen, wenn sie ihn denn entdecken, sagt Schmitz. Wenn das fehlschlägt, können Nutzer auch eine Systemwiederherstellung erwägen. „Es ist zu 99 Prozent sicher, dass eine Systemwiederherstellung den Virus entfernt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen