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Henckes Netzwelt : Rundfunklizenz für Let’s Plays?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Gaming-Fans von „Piet Smiet“ veröffentlichen Videos auf Youtube und Twitch. Das geht doch so nicht.

von
erstellt am 03.Apr.2017 | 14:26 Uhr

ZAK ist die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten. Und die hat vergangene Woche das Internetangebot von „Piet Smiet“ beanstandet. Der Vorwurf: Die Gaming-Fans verbreiten über ihre Kanäle bei Youtube und Twitch, einem Live-Streaming-Videoportal zur hauptsächlichen Übertragung von Videospielen, an sieben Tagen pro Woche über 24 Stunden „Let’s Plays“, bei denen sie zocken und das Geschehen kommentieren.

Der Kanal bei Twitch mit aktuell 77 Videos und 320.000 Followern ist von der ZAK daher als zulassungspflichtiges Rundfunkangebot eingestuft worden. Die Voraussetzungen dafür sind beispielsweise die lineare Verbreitung, eine Reichweite von mehr als 500 Zuschauern oder die redaktionelle Gestaltung der Inhalte. Peter Smits von „Piet Smiet“ hat nun bis zum 30. April Zeit, sich eine Rundfunklizenz zu besorgen, die mehrere Tausend Euro kosten kann. Tut er dies nicht, betreibt er einen unzulässigen Piratensender.

Ein Exempel soll an „Piet Smiet“ nicht statuiert werden, vielmehr ist es als Weckruf zu verstehen. Die harte Gangart der Landesmedienanstalten könnte zu einer Kettenreaktion führen. Denn plötzlich sind alle größeren Kanäle, ja sogar das ganze Geschäftsmodell von Twitch in Gefahr. Der ZAK will Medienrecht durchsetzen.

Peter Smits und sein Team müssten sich nun außerdem um einen Jugendschutzbeauftragten kümmern, sicherstellen, bis 22 Uhr nur jugendfreie Inhalte zu zeigen, und einen Wirtschaftsplan vorlegen.

Diese Kanäle einem Fernsehsender gleichzusetzen ist absurd und könnte letztlich das zerstören, was das Netz ausmacht: Szene-News, Spaß und Entertainment.

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