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NGC Germany : Rudel-Zocken in Husum: Norddeutschlands größte Lan-Party

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf der größten Lan-Party Norddeutschlands treffen sich Computerspiel-Fans in Husum. Was sie machen? Computerspielen.

Es war das norddeutsche Gipfeltreffen der Zocker-Gemeinde: Über 500 Gamer kamen am Wochenende zur „Nordish Gaming Convention“ (NGC) nach Husum. In Turnieren spielten sie um die ersten Plätze in Spielen wie „Counterstrike“, „League of Legends“ und „FIFA“. Die LAN-Party der Messe Husum ging damit in die zweite Runde – und entwickelt sich zur festen Institution in der Profi-Szene. Einige Spieler kamen dafür sogar aus Stuttgart. „Wir konnten die Teilnehmerzahl aus dem Vorjahr verdoppeln“, sagte Projektleiter Martin Freese.

Die noch junge Veranstaltung zählt schon jetzt in Deutschland zu den eSport-Turnieren mit den höchsten Preisgeldern. So gewann mit dem ersten Platz im Spiel „Counterstrike“ das Team „myXMG“ neben einer Trophäe auch 1250 Euro. In dem semiprofessionellen, internationalen Team mit Sitz in Oslo stehen Spieler unter Vertrag und bekommen ein festes Gehalt. „Für uns war das Wochenende ein voller Erfolg. Wir konnten das erste mal in neuer Team-Konstellation spielen und nochmal unsere Taktiken durchgehen“, sagte myXMG-Mitglied Oliver Meyer aus Nordrhein-Westfalen.

Auch er hat lange als Profi gespielt: Der 24-jährige Kappelner Alexander Schitz. In der Szene hat er sich als Team-Captain des offiziellen Counterstrike-Teams Schleswig-Holstein einen Namen gemacht. Sogenannte Pros definiert er als Spieler, die bezahlt werden.  In Deutschland würden einige wenige Topspieler Gehälter verdienen, die für Miete und Co. reichen. Hinzu kämen zum Beispiel Sponsoren-Verträge.

„Für mich hat es damals zum Leben nicht gereicht. Ich empfehle auch nicht, den Job für eine Profi-Karriere aufs Spiel zu setzen“, sagt der gelernte Informatiker. Dafür müsse man viel Zeit investieren. Schitz erinnert sich an 30 bis 40 Stunden wöchentlichem Training zu seiner aktiven Zeit – zusätzlich zur Arbeit im „real life“.

Der Szene-Kenner zeigt sich positiv überrascht von der NGC in Husum. Sie könne ein würdiger Nachfolger der „Northcon“ in Neumünster werden. Die Veranstalter der damals größten LAN-Party Deutschlands mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dabei konnte die „Northcon“ 3000 Spieler in die Holsten-Halle locken.

In Husum reichten am Wochenende schon 500 Gamer, um Strom für eine Kleinstadt zu verbrauchen. Die Stromversorgung der Halle, deren Aushängeschild eine Messe für regenerative Energie ist, wurde dafür extra aufgestockt.

 40 ehrenamtliche IT-Spezialisten sorgten dafür, dass die Infrastruktur des Netzwerkes funktionierte. Diese sei vergleichbar mit einem großen Unternehmen, sagte der technische Leiter der Messe Husum, Martin Meyer: „Wir haben allein zehn Kilometer LAN-Kabel verlegt.“ Mehr als 1000 Terrabyte Daten würden schätzungsweise an einem Wochenende umgesetzt.

Geht es nach Projektleiter Martin Freese, wird die NGC auch im nächsten Jahr wachsen. Das wollen die Organisatoren auch über ein noch größeres Rahmenprogramm wie Musik oder Einbinden der Comic-Szene schaffen. Gamer seien zwar eine Subkultur, aber als Zielgruppe durchaus attraktiv: „Das klassische Bild vom Nerd gibt es nicht mehr.“ Computerspielen sei mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und – zumindest international – ein Millionengeschäft.

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