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Fietzes Netzwelt : Rucken statt ruckeln – Mehr Förderung für Medienbildung in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hilfe für Kindergärten, Schulen und Jugendtreffs: Die Medienbildung im Land wird umgebaut.

Da sind Sie doch begeistert: Zukünftig soll es weniger ruckeln – nicht das Fernsehbild in dem bald noch vielfantastischbesseren Angebot von DVB-Dingsbums. Sondern weniger Reibungsverluste, mehr Absprache und echtes Miteinander statt Nebeneinander soll es zukünftig geben in Schleswig-Holstein. Klingt nach Wahlkampf? Mitnichten: Die Medienbildung im Land wird umgebaut. Ein echter Ruck (im vorwärts gerichteten Sinne) also.

Medienbildung – was geht Sie das zu Hause an? Sie und ich und alle um uns herum tun’s ständig: Was mit Medien machen – das ist wie tägliches Kochen, Zähneputzen oder Autofahren. Da kennen wir die besten Rezepte, Produkte und Verkehrsregeln. Da legt uns keiner aufs Kreuz. Da holen wir das Beste für uns raus. Am Marktstand, aus dem Drogerieregal, im Kreisverkehr. Medienbildung will das Gleiche. Uns das Beste geben von den Medien und deren Inhalten. Keine Hasspostings, keine komischen Onlinebuchungen, kein Essen anbrennen lassen wegen spannender WhatsApp-Gruppen…

Genau wie beim Kaiserschmarrn (zwei Minuten von jeder Seite, erst dann mit zwei Gabeln zerreißen) brauchen wir bei den Medien manchmal noch einen Tipp – Medienbildung hilft Kindern und Jugendlichen (und Ihnen und mir auch) beim Erkennen der besten Rezepte.

Etwas komplexer als eine Back-Anleitung ist es aber – schon die Wahl des richtigen Anbieters ist nicht einfach: Ist nur gutes Medientraining drin, wenn die Verpackung Hochglanz bietet? Warum kostet der eine Referent Geld, die andere kommt kostenlos? Und was soll zuerst gelernt werden: Datenschutz? Verbraucherrechte? Medien selbst machen?

Der Ruck in Schleswig-Holstein soll da helfen: Kindergärten, Schulen, Jugendtreffs und Vereine sollen jetzt in allen Regionen des Landes mehr Medienbildung bekommen. Es gibt Regionalreferenten, Medienlotsen, Medienberater und zertifizierte Medienlehrkräfte – Arbeitsgruppen tun sich zusammen, Schulen schreiben Medienkonzepte, nicht beliebig, sondern mit neuer Koordination und mit gegenseitiger Absprache. Aber das ist eher hinter den Kulissen wichtig. Als Eltern und Mediennutzer freut’s uns – wir dürfen hoffen auf medienfitte Kids, motivierte Lehrer und ausgestattete Jugendtreffs – lecker!

> Der Autor Henning Fietze ist Medienpädagoge beim Offenen Kanal Schleswig-Holstein in Kiel.
 

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