zur Navigation springen

Dreyklufts Netzwelt : „Right to Repair“: Was ein iPhone und ein Trecker gemein haben

vom

Hersteller versuchen, Monopole für Reparaturen zu erhalten. Dabei geht es letztlich darum: Was ist Eigentum?

von
erstellt am 21.Feb.2017 | 19:31 Uhr

Stellen Sie sich vor, Ihr Traktor geht kaputt, springt etwa nicht an. Nichts Schlimmes, das könnten Sie selbst reparieren. Dürfen Sie aber nicht, wenn Sie etwa bestimmte Modelle von John Deere verwenden. Das Argument des Herstellers: Zugriffe auf die Software des Geräts dürfen Dritte nicht vornehmen, aus Urheber- und Sicherheitsgründen. In den USA soll es bereits Bauern geben, die deshalb alte Traktoren fahren, weil die keine Software haben und selbst repariert werden dürfen.

Aber was ist, wenn es um das Recht auf Reparatur eines iPhones geht? Auf Geräte ohne Software ausweichen geht hier nicht. Der Fall John Deere hat den Gesetzgeber unter anderem im US-Staat Nebraska (und sieben anderen Staaten) bewogen, ein „Recht auf Reparatur“ einzuführen.  Das Problem: Apple verkauft, auch in Europa, an unabhängige Reparaturwerkstätten keine Ersatzteile. Sie sind also auf Nachbauten oder aufgearbeitete Altteile angewiesen. Apple lehhnt es laut der Fach-Website heise.de auch ab, fremdreparierte iPhones erneut zu reparieren, selbst im Rahmen eines Austauschprogramms.

Apple geht gegen das Reparaturrecht laut Vice.com mithilfe eines Lobbyisten namens Steve Kester vor. Der stieß auf Nebraskas  Staatssenatorin Lydia Brasch, eine Landwirtin. Die kannte sich natürlich exzellent mit Traktoren aus, aber auch mit Computern, weil sie nebenberuflich für eine Softwarefirma arbeitet. US-Medien erzählte sie nun genüßlich, der Apple-Mann habe versucht, sie mit dem Argument zu überzeugen, Nebraska werde mit dem neuen Gesetz zu einem „Mekka für Hacker“. Das hat nicht funktioniert.  Apple, so erzählt sie, sei überrascht gewesen , dass sie Ahnung von Technik habe, obwohl sie Landwirtin sei.

Bei dem Streit geht es vordergründig um Reparaturen. In Wirklichkeit geht es um eine andere Frage: Was kaufen wir, wenn wir ein Gerät kaufen: Eigentum, mit allen damit verbundenen Rechten? Oder nur eine Lizenz, die uns die Nutzung ermöglicht, aber auch mit Einschränkungen bei Reparatur, Verleih oder Wiederverkauf?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen